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Babysimulator und Neugeborenes : Trubel mit Paul und Paulina

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Ein Babysimulator und ein Neugeborenes: Bei Familie Krüger herrschte fünf Tage lang Ausnahmezustand

von
erstellt am 06.Okt.2015 | 12:00 Uhr

Babyalarm bei Familie Krüger in Parchim: Wenige Tage, nachdem am 4. September 2015 Paulina in der Eldestadt das Licht der Welt erblickte und damit das Glück von Sandra und Michael Krüger sowie dessen Tochter Julia perfekt macht, bekam die junge Familie noch einmal Zuwachs – auf Zeit: Die 14-jährige Julia absolvierte ein Elternpraktikum. Damit wurde die Schülerin der 8. Klasse an der Fritz-Reuter-Schule für fünf Tage zur Vollzeitmama eines „Kindes“, in dem ein elektronisches Herz pocht.

Die Babysimulatoren fühlen sich tatsächlich so an, als seien es richtige kleine Erdenbürger und halten ihre jungen Mütter oder Väter Tag und Nacht genauso auf Trab wie jedes „echte“ Baby: Sie wollen gewickelt, gefüttert, getröstet werden und die Nähe der Mama spüren.

Als Julia zu Hause von dem Projekt an ihrer Schule erzählte, wurde sie sofort ermutigt, sich daran zu beteiligen, obwohl sich natürlich alle drei im Klaren darüber waren, dass das fünf spannende Tage werden, die sie wohl nie mehr vergessen würden. Auch Julias Oma, Annegret Krüger, stärkte ihrer Enkelin den Rücken. Sie war sogar dabei, als die Achtklässlerin in ihrer Schule den Babysimulator in Empfang nahm und fünf Tage später schweren Herzens, aber auch erleichtert und vor allem ziemlich geschlaucht von der Doppelbelastung, Schule und Elternschaft unter einen Hut zu bringen, ihren Paul an ihre Mentorin Barbara Guth zurückgab. Die konnte ihr später zu einer super Leistung gratulieren: Julia sei eine zärtliche Mama gewesen und habe ihren Paul jeden Tag und jede Nacht vorbildlich versorgt. Dabei machte der es seiner „Mutter“ gar nicht so einfach, vor allem nachts habe er viel geschrien. „So unterschiedlich können Kinder eben sein“, lacht die 14-Jährige und blickt zärtlich auf ihre seelig schlummernde kleine Schwester Paulina, die definitiv viel ruhiger ist.

Das Elternpraktikum habe ihr noch mehr bewusst gemacht, dass für sie der Schulabschluss und eine Ausbildung Priorität haben, bevor bei ihr „nicht zu früh“ die Familienplanung ein Thema wird. Nach fünf Tagen als Vollzeitmutter unter realitätsnahen Bedingungen kann Julia anderen Altersgefährten nur empfehlen, einmal so ein Elternpraktikum mitzumachen. Sandra und Michael Krüger gehen noch einen Schritt weiter: Ihrer Meinung nach sollte es zum Pflichtfach in Schulen werden, „damit weniger Kinder Kinder bekommen“ .

 

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