Umwelt-Projekt : Trotz Verbots: Schiffsmüll in die Ostsee geworfen

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Metall, Plastik und Glas: Schiffsabfälle landen immer wieder in der Ostsee. Darauf deutet eine erste Untersuchung von Müll hin, der im Rahmen des Nabu-Projekts "Fishing for Litter" aus dem Meer gezogen wurde.

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03. Mai 2012, 12:09 Uhr

Rostock/Berlin | Metall, Plastik und Glas: Schiffsabfälle landen trotz Verbots offenbar immer wieder in der Ostsee. Darauf deutet eine erste Untersuchung von Müll hin, den Fischer im Rahmen des Projektes "Fishing for Litter" aus dem Meer holten, wie der Naturschutzbund Deutschland (NABU) gestern in Berlin mitteilte.

Bislang wurden so etwa 700 Kilogramm Abfälle aus dem Meer gefischt, sagte der Projektleiter Kim Detloff. Der größte Teil, nämlich 56 Prozent, sei Metall gewesen. An zweiter Stelle folgten Kunststoffabfälle mit 17 Prozent. Das sei bislang nur Ergebnis einer Stichprobe, sagte Detloff. Die Fischer hätten hauptsächlich industrielle Abfälle aus der Berufs- und der Sportschifffahrt gefunden. "Es scheint immer noch gängige Praxis zu sein, alte, teilweise noch gefüllte Fässer, Dosen mit Farb- und Lackresten, Tauwerk oder ausgedientes Ölzeug von den Schiffen einfach über Bord zu werfen", sagte Detloff. Kontrollen und Strafen würden nicht ausreichen.

Abfälle seien für die Meeresbewohner sehr gefährlich, erläuterte der Meeresschutzexperte. Beispielsweise könnten Tiere Plastikteile verschlucken und daran ersticken. Aber auch für die Seeleute sei der Müll ein Problem. Habe ein Fischer etwa ein Ölfass im Netz, müsse er seinen gesamten Fang wegwerfen. Außerdem könnten sich Abfälle wie alte Segelsäcke in den Propellern der Boote verfangen.

An dem Projekt, das vor einem Jahr startete, beteiligen sich dem NABU nach inzwischen 30 Fischer in drei Ostseehäfen auf Fehmarn, in Heiligenhafen und seit zwei Wochen auch in Sassnitz auf Rügen. Dort hatten Fischer bereits am ersten Tag unter anderem Farbeimer und einen Computermonitor eingesammelt. Der NABU hofft, das Projekt auf weitere Häfen im Ost- und Nordseeraum ausweiten zu können.

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