zur Navigation springen

FC Hansa Rostock : Trotz Absage: Weiter Hoffen auf Finanzspritze

vom

Das Bangen für die Hansestädter geht weiter: Ein baldiges Ende der Schuldenkrise ist nach der Sitzung des Finanzausschusses nicht in Sicht. Die Kommunalpolitiker sprachen sich gegen die Finanzspritze aus.

svz.de von
erstellt am 24.Apr.2012 | 10:33 Uhr

Rostock | Das Bangen für den FC Hansa Rostock geht weiter: Ein baldiges Ende der Schuldenkrise ist nach der gestrigen Sitzung des Finanzausschusses nicht in Sicht. Die Kommunalpolitiker sprachen sich mit einer großen Mehrheit gegen die Finanzspritze in Höhe von 750 000 Euro aus. "Ich bin sehr enttäuscht, dass es keine Empfehlung für die Bürgerschaft gibt", kommentiert Bernd Hofmann, Vorstand des Zweitligisten, im Anschluss an die Sitzung. Damit wird der Zeitdruck für den Fußballclub immer größer. Sollte ein rettender Finanzplan für den FC Hansa nicht bis Ende Mai vorliegen, droht das Profifußball-Aus bis zum 30. Juni.

Warum die Mitglieder des Finanzausschusses in ihrer nicht-öffentlichen Sitzung dem FC Hansa eine Absage erteilten, kann sich Hofmann nur so erklären: "Die Politiker brauchen noch Zeit, um das Sanierungskonzept zu prüfen." Denn den Wirtschaftsplan für den finanziell in die Sackgasse geratenen Verein hatte Hofmann erst am Morgen vor der Sitzung eingereicht. Immerhin geht es um 750 000 Euro von Seiten der Stadt, auf die Hansa hofft. Insgesamt drücken 4,5 Millionen Euro Steuerschulden auf die Bilanz des Zweitligisten.

Ursache für die starke Verschuldung ist ein Urteil des Bundesrechnungshofes. Die Finanzbehörde verpflichtete den Traditionsverein Anfang des Jahres zu einer Steuernachzahlung wegen falsch bilanzierter Transfers. Drei Millionen Euro von der Schuldensumme stehen dem Land zu, 800 000 Euro der Stadt Rostock. Weitere Hauptgläubiger sind die Ostseesparkasse und die Deutsche Kreditbank.

Die Hansestadt hat acht Quellen im Haushalt aufgetan, aus denen Geld an den Verein fließen könnten. Doch dafür bedarf es der Zustimmung der Bürgerschaft. Unter anderem könnten die Töpfe des Tief- und Hafenbauamtes, des Stadtforstamtes und des Amtes für Umweltschutz angezapft werden.

Ganz umsonst war das Hoffen des FC Hansa gestern Abend aber doch nicht: Der zeitgleich tagende Hauptausschuss beschloss, das Grundstück in der Maxim-Gorki-Straße 69/70 von dem Verein zu kaufen. Auf der Fläche befindet sich eine Sportplatzanlage, die sowohl von Hansa als auch von der Stadt genutzt wird. Damit erhält der Fußballclub nach NNN-Informationen rund eine halbe Million Euro, die so als Finanzmittel wieder zur Verfügung stehen. An der Nutzung des Platzes ändert sich laut Stadtverwaltung nichts.

Trotz des nur teilweisen Erfolges von gestern Abend hat Hansa-Vorstand Hofmann die Hoffnung noch nicht aufgegeben: "Die Bürgerschaft ist unsere letzte Chance."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen