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Mecklenburg-Vorpommern

21. November 2017 | 11:13 Uhr

Ausbildung MV : Trotz Abi lieber in die Lehre

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Jeder fünfte Azubi in MV hätte auch zur Uni gehen können

svz.de von
erstellt am 03.Feb.2017 | 08:00 Uhr

Nach dem Abitur geht’s zum Studium – das war lange Zeit der traditionelle Weg. Mittlerweile entscheiden sich Schulabgänger trotz Studienberechtigung in MV aber auffällig häufig lieber für eine Lehre. Von den rund 9000 Bewerbern für eine Ausbildung im Jahr 2015/16 hatte jeder fünfte Kandidat die Hochschul- oder Fachhochschulreife in der Tasche.

Vor zehn Jahren lag der Anteil der Gymnasiasten unter den Ausbildungsanfängern dagegen nur bei 10 Prozent. „Ein Studium ist für Absolventen nicht mehr die einzige Option“, sagt Ingo Schlüter, stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes Nord. Der Ausbildungsmarkt in MV biete auch für Abiturienten mittlerweile gute Einkommens- und Karrierechancen. Besonders beliebt ist bei den Gymnasiasten nach Einschätzung der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin (IHK) die Ausbildung zum Fachinformatiker und Mechatroniker sowie zum Bank- und Industriekaufmann. „Das sind Berufe mit guten Qualifizierungsmöglichkeiten“, sagt IHK-Vizegeschäftsführer Peter Todt. Abiturienten würden sich für eine Ausbildung entscheiden, weil sie darin eine sichere Zukunft sehen, als vielleicht bei einem Studium. „Sie verdienen von Beginn an Geld und können Berufspraxis sammeln. “

Bei Unternehmen sind Abiturienten gern gesehene Bewerber. Vor allem wenn sie mit guten Kenntnissen in Mathe und Sprache punkten können. Damit es zwischen Gymnasiast und Betrieb klappt, muss laut Todt „aber auch die Begleitmusik stimmen.“ Gute Anreize könnten Aufstiegsmöglichkeiten oder die Aussicht auf ein berufsbegleitendes Studium sein.

Einen Verdrängungswettbewerb zwischen Abiturienten und Bewerbern mit anderen Abschlüssen gibt es laut Todt nicht. Der Stellenmarkt in MV habe sich in den letzten Jahren deutlich entspannt. „Wer wirklich will, findet auch eine Ausbildung.“

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