zur Navigation springen

Krankenkassen ermitteln : Tricksereien bei Arzt-Rechnungen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Krankenkassen im Land ermitteln wegen Fälschungen, Scheinbehandlungen und gefälschten Rezepten

Die Krankenkassen in Mecklenburg-Vorpommern wehren sich gegen falsche Abrechnungen und Betrügereien durch Ärzte, Pfleger, Apotheker oder Versicherte. Dabei gehen die Fallzahlen nach oben. Bei der Barmer GEK habe sich im Nordosten die Zahl der neuen Verdachtsfälle fast verdoppelt, von 21 im Jahr 2012 auf 41 im vorigen Jahr. Schadenersatzforderungen der Ersatzkasse, größtenteils wegen nicht erbrachter, jedoch abgerechneter Leistungen, beliefen sich auf mehr als 97 000 Euro in 2012 und gut 145 000 Euro im Jahr 2013.

Die AOK beobachtet, dass sich immer mehr Patienten trauen, ihrer Krankenkasse – meist anonym – Hinweise auf mögliches Fehlverhalten im Gesundheitswesen zu geben. Auch Angehörige von Pflegebedürftigen meldeten sich, wenn pflegerische oder abrechnungsmäßige Ungereimtheiten auftreten, erklärte Pressesprecher Markus Juhls. Bei der AOK Nordost, die Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern umfasst, ist ein Expertenteam mit acht Ermittlern tätig. Die Zahl der Verdachtsfälle stieg von 616 im Jahr 2012 auf 771 im letzten Jahr an. Es wurden 202 (2012) bzw. 256 (2013) Strafanzeigen gestellt. In beiden Jahren zusammen wurden knapp 1,2 Millionen Euro Schadenersatz geltend gemacht. Ein Prüfschwerpunkt habe im vorigen Jahr bei den ambulanten Pflegediensten gelegen, die etwa auch Leistungen abgerechnet hätten für Zeiten, in denen die Patienten im Krankenhaus lagen, meinte der Sprecher.

Auch die Techniker Krankenkasse (TK) hat sich gewappnet: In Hamburg arbeite seit 2002 eine Ermittlungsgruppe mit 15 Mitarbeitern, die sich bundesweit mit offenbar absichtlichen Abrechnungsmanipulationen beschäftigt, teilte TK-Sprecher Kevin Nowotka mit. So habe ein Krankenhaus in Mecklenburg-Vorpommern mehrere Brustvergrößerungen als Brustkrebs-Operationen abgerechnet. Ziemlich Dreist ist auch das Beispiel von Arzneimittelbetrug: Eine Apotheke im Nordosten löste gefälschte Rezepte für Wachstumshormone ein. Die in der Bodybuilder-Szene beliebten Präparate landeten vermutlich auf dem Schwarzmarkt. Der Schaden betrug rund 200 000 Euro.

In diesem Fall hatte ein Arzt aufgedeckt, dass seine Mitarbeiterin die Rezepte manipuliert hatte, er erstattete Anzeige.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen