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Zunahme in MV : Trickbetrug: 68 Fälle allein im März

vom
Aus der Onlineredaktion

Schaden seit Januar bereits 138 000 Euro

Trickbetrug hat in Mecklenburg-Vorpommern in den letzten Monaten wieder deutlich zugenommen. Wie das Landeskriminalamt (LKA) auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte, wurden allein im vergangenen Monat März landesweit 68 Fälle angezeigt. In sieben Fällen waren die Ganoven erfolgreich. Den Gesamtschaden beziffert die Polizei allein für März mit 90  000 Euro. Insgesamt erbeuteten Trickbetrüger in diesem Jahr bereits 138000 Euro. 133 Fälle wurden seit Januar bei der Polizei landesweit gemeldet.

„Nach wie vor dominiert der so genannte Enkeltrick“, sagte gestern Michael Schuldt, Sprecher des LKA. Dabei geben sich Täter älteren Menschen gegenüber als Angehörige aus, die sich in akuter Geldnot befinden würden. Allein am 30. März nahm die Polizei in Rostock fünf Anzeigen wegen versuchter Enkeltrick-Betrügereien auf. „Die Versuchsquote ist in diesem Deliktsfeld sehr hoch“, erklärte der LKA-Sprecher.

Die Zahl der Trickbetrügereien steigt in Mecklenburg-Vorpommern seit 2014 kontinuierlich. Nach LKA-Angaben stellten Betroffene im Jahr 2014 noch 240 Strafanzeigen. Der Schaden betrug damals 188  000 Euro. Im vergangenen Jahr musste die Polizei bereits 470 Anzeigen wegen Trickbetrugs aufnehmen. Der Schaden kletterte 2016 auf 374   000 Euro.

Das rät die Polizei: Seien Sie misstrauisch!

• Seien  Sie  misstrauisch, wenn  sich jemand am Telefon nicht selbst mit Namen vorstellt.

• Legen Sie den Telefonhörer auf, sobald Geld von Ihnen gefordert wird.

• Rufen Sie die Polizeiwache an, wenn sie unsicher sind, ob ein echter Polizist vor der Tür steht. Echte Polizisten werden Verständnis dafür haben.

• Schalten Sie bei dubiosen Personen die Polizei ein.

 

Foto: dpa
 

Die Maschen der Trickbetrüger

Trickdiebstahl und Trickbetrug nehmen in Mecklenburg-Vorpommern wieder  deutlich zu. Wir erklären die aktuellen Maschen der Ganoven.

Falscher Polizist

Das Polizeipräsidium Rostock warnt derzeit vor einer gefährlichen Betrugsmasche am Telefon. In Rostock wurden Ende März mehrere Personen von einer Frau angerufen, die sich als Mitarbeiterin des Landeskriminalamtes und später als Mitarbeiterin einer Bank ausgab.  „In allen Fällen wurden die Geschädigten aufgefordert, Angaben über ihr im Haus vorhandenes Bargeld zu machen und später an die Polizei zu übergeben“, berichtete Sophie Pawelke vom Rostocker Polizeipräsidium. Bislang kam es  zu keiner bekannten Geldübergabe. Die Frau konnte ermittelt werden.

Enkeltrick

Seit Jahren versuchen Ganoven, ältere Menschen mit dem Enkeltrick zu betrügen. In Rostock wurden am 30. März dieses Jahres fünf solcher Betrugsversuche bei der Polizei angezeigt. Zunächst ruft der Betrüger seine Opfer  an und gibt vor, ein Verwandter oder Bekannter eines Enkels zu sein. Wegen eines Unfalls oder einer Notlage brauche der Verwandte nun dringend Geld. Der Betrüger gibt an, einen Freund zu schicken, der das Geld  abholt.

Der Wechseltrick

Unbekannte bitten zumeist ältere Leute auf der Straße um einen Geldwechsel. Holen die Gefragten ihre Geldbörse hervor, wollen die Diebe plötzlich beim Sortieren des Kleingeldes helfen und entwenden dabei Geldscheine. Häufig spionieren die Betrüger ihr Opfer vorher aus und schlagen zu, nachdem der Geschädigte am Geldautomaten gewesen ist.

Gewinntrick

Im Februar versuchten  Unbekannte   in Bad Doberan mit dem   Gewinntrick Kasse zu machen.  Die Täter agierten diesmal als vermeintliche Überbringer froher Botschaften. So suggerierten  sie einem 70-jährigen Rentner am Telefon, bei einer Marktforschungsaktion Geld gewonnen zu haben. Für den Erhalt des Gewinns wären jedoch Gebühren fällig. Diese müssten vor Erhalt des Gewinns gezahlt werden. Glücklicherweise durchschaute der Rentner den Betrug und wandte sich an die Polizei.

Falsche Klempner

Trickbetrüger klingeln an Haustüren und stellen sich als Wasserwerker vor.  Angeblich müssten sie wegen mehrfacher  Wasserrohrbrüche in der Nachbarschaft  die Rohre im Haus überprüfen. Wenn die Betrüger ins Haus gelassen werden, versucht einer der  angeblichen Handwerker, die Hausbesitzer  abzulenken, während der andere Ganove die Wohnung nach Wertgegenständen durchsucht.

 
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erstellt am 11.Apr.2017 | 05:00 Uhr

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