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Mecklenburg-Vorpommern

19. November 2017 | 22:55 Uhr

Trickbetrüger mit Goldring-Masche

vom

svz.de von
erstellt am 07.Mär.2012 | 09:48 Uhr

Warnemünde | Trickbetrüger haben Warnemünde ins Visier genommen. Sie sind mit der so genannten Goldring-Masche unterwegs. Die Anzeige einer Warnemünderin hat Polizeioberkommissar Matthias Bartsch aus dem Warnemünder Revier aufgenommen. "Es sind wahrscheinlich mehrere Betrüger", vermutet die Zeugin. Sie ist binnen weniger Minuten zweimal mit der gleichen Masche konfrontiert worden.

Kartentasche ist wie ein mobiles Revier

So lief es ab: Als die Warnemünderin 9.45 Uhr durch die Poststraße geht, bückt sich ein Mann und hebt einen goldenen Ring auf, der ihrem Ehering ähnelt. Sie stutzt deshalb. Kurz hegt sie den Verdacht, ihrem Mann könnte der Ring abhanden gekommen sein. Der etwa 1,80 Meter große Unbekannte, der südeuropäisch aussieht, behauptet, dass der Ring aus 585er-Gold sei. Als die Warnemünderin merkt, dass es nicht der ihres Mannes ist, will sie ihn ins Fundbüro geben. "Haben Sie zehn Euro für Essen? Ich habe Hunger", fragt der vermeintliche Finder. Aus Mitleid gibt sie ihm 20 Euro. Wenige Meter später lässt eine Frau mit Zopf und langem Mantel einen gleichen Ring fallen. Jetzt dämmert es der Warnemünderin. Das alles war ein Trick. Sie informiert die Polizei.

Oberkommissar Bartsch geht auf Suche. Der 45-Jährige ist gut ausgerüstet. Er hat sich vor Jahren eine Kartentasche gekauft, in der er die wichtigsten Utensilien seines mobilen Reviers verstaut: Stadtplan für Touristen, Strafzettel, Stift und alles, was nötig ist, um unterwegs Anzeigen aufnehmen zu können. Bartsch ist sehr oft zu Fuß unterwegs, das schafft Nähe zu den Warnemündern und Urlaubern. Die ist ihm wichtig. Er liebt den Job im Ostseebad.

"Zu meiner Arbeit gehört Klinkenputzen", sagt der Beamte. Er fährt zur Boutique Anna 33 in der Seestraße. Hier hat sich vor Kurzem ein dreister Vorfall ereignet: Am helllichten Tag greift ein skrupelloser Dieb acht Mäntel und andere hochwertige Textilien vom Ständer vor dem Geschäft und flüchtet in den Kurpark. Deshalb stellt sich Bartsch Inhaberin Petra Petersen vor, falls es erneut Probleme gibt. Sie hat als Konsequenz Textilien und Bügel am Ständer befestigt. Bartsch besucht weitere Geschäfte der Seestraße, rät Besitzern und Verkäufern, ihre Waren vor den Läden besser zu sichern.

Auf Streife trifft der Polizist einen ehemaligen Kollegen. Karl-Heinz Schulze ist mittlerweile Rentier. Die beiden plauschen kurz. Dann geht es nach Diedrichshagen. Im Kleinen Sommerweg wird häufig falsch geparkt, auch im Naturschutzgebiet. Der Kontaktbeamte schreibt Knöllchen. Es folgt eine Kontrolle in einer Gartenanlage. Alles ist ruhig. Auf Bartschs Aufgabenzettel steht noch ein Besuch im Spielcasino. Jedoch nicht zum Vergnügen. Bartsch war privat nie hier. Es wird ein Hamburger gesucht, der Spielverbot hat. Im Casino hat niemand den Gesuchten gesehen.

Bartsch kehrt zurück in sein Büro in der Vogtei. Da folgt Schreibarbeit. Nach Feierabend fährt er zu seiner Familie.


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