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Handwerk in MV : Treppenbauer leben ihren Traum

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Lützower Unternehmen fertigt 3000 Holztreppen jährlich. 100 Angestellte sind am Erfolg des Unternehmens beteiligt.

svz.de von
erstellt am 11.Aug.2014 | 12:00 Uhr

Die Firma Derstappen ist einer der größten Treppenhersteller Deutschlands. „Der größte in Norddeutschland“, sagt Ivonne Derstappen (37) nicht ohne Stolz. Zusammen mit Sigrid Funk und Oliver Guhl leitet sie das mittelständische Unternehmen. Knapp 3000 Treppen werden jährlich in Lützow gebaut und deutschlandweit ausgeliefert.

Dass die junge Frau einmal den seit 2000 hier ansässigen Betrieb ihres Vaters übernehmen würde, war nie geplant. Doch als Firmengründer Reiner Derstappen 2003, nur einen Monat nach seinem 50. Geburtstag, bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, stellte sich die Frage nicht mehr.

Derstappen hatte sich 1990 einen Traum erfüllt. Der gelernte Schäfer begann mit Holz zu arbeiten und gründete mit Sondergenehmigung der Handwerkskammer 1990 in Neu Dragun seine Holzverarbeitung, zunächst auch Fenster und Türen, aber schon bald spezialisierte er sich auf Treppen. „Mein Vater war ein kluger Geschäftsmann“, beschreibt seine Tochter ihn. Bis heute steht das Familien-Unternehmen auf sehr soliden Beinen.

Während seine Treppen Stufe für Stufe aufgebaut werden, überspringt der Jungunternehmer Derstappen auf dem Weg nach oben etliche: Nach nur einem Jahr tritt er dem  Treppenmeister-Verbund bei. Zwei Jahre nach Gründung beschäftigt er zwanzig Mitarbeiter, weitere zwei Jahre später bereits 40.  Stetig wird die Produktionsstätte erweitert, Maschinenpark und Produktion werden modernisiert. Die ersten Lehrlinge kommen und viele von ihnen sind dem Betrieb bis heute treu geblieben. Wie Danilo Preuß, 1999 war er der erste Tischler-Lehrling bei Derstappen.

Bernd Volpert betreut seit zehn Jahren den  Handwerker-Nachwuchs: „Pro Jahr bilden wir drei bis vier Lehrlinge aus, Mädchen wie Jungen.“ Immer wieder gewinnen Lehrlinge des Unternehmens Preise und Auszeichnungen für ihr Können. Einer von ihnen ist Tim Derstappen. In einem Jahr wird er seine Tischlergesellenprüfung ablegen, später gern das Familienunternehmen in dritter Generation weiterführen. Einen Sonderstatus hat er allerdings nicht. Auch nicht die anderen Mitglieder der Familie, die hier arbeiten: Vater Jens Bauer ist als System-Administrator zuständig für den umfangreichen computergesteuerten Maschinenpark, Georg  Derstappen, Onkel der Firmeneignerin,  ist CNC-Fahrer  in der Produktion.

Solides Handwerk, solide Geschäftsführung und eine gute Arbeitsatmosphäre, darauf setzt man bei Derstappen. „Wir haben sehr flexible Arbeitszeiten und leistungsangepasste Bezahlung, unsere Mitarbeiter nehmen dadurch am Unternehmenserfolg teil, haben Gestaltungsmöglichkeiten, das motiviert“, erläutert Ivonne Derstappen das Mitarbeiter-Konzept. Fluktuation ist bei Derstappen ein Fremdwort. Auf 100 Mitarbeiter ist der Stab inzwischen angewachsen, viele sind von Anfang an dabei. Wie der für den Zuschnitt zuständige Erwin Lenz, die in  der Endproduktion arbeitenden Siegfried Sobke  und Maik Krackow. „Ein halbes Leben schon“, schmunzelt Sobke. Erfahrung, die sich in Qualität übersetzt. Auch wenn der Maschinenpark ständig modernisiert und erweitert wird, ohne Handarbeit geht es nicht. „Jede Treppe ist ein Einzelstück“, erklärt Bernd Volpert. Augenmaß und ein sicheres Händchen geben jeder Treppe den Feinschliff. Jedes Teil wird beschriftet, am Ende sorgfältig in Folie verpackt, schließlich am Bestimmungsort montiert.

Vertrieb, Konstruktion, Produktion kümmern sich um Privatkunden und Firmen, die inzwischen den  wesentlichen Teil der Derstappen-Kunden ausmachen.  Eine Entscheidungshilfe ist dabei die große, jährlich erneuerte Treppenausstellung im Foyer. „Wir zeigen die Vielfalt der Gestaltungsmöglichkeiten, auch im Umfeld der Treppen“, so Ivonne Derstappen. „Entscheidend ist letztlich aber immer der Wunsch des Kunden.“

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