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Mecklenburg-Vorpommern

12. Dezember 2017 | 21:06 Uhr

Volkstheater Rostock : Trennen sich die Wege?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der Intendant des Volkstheaters Rostock, Sewan Latchinian, will mit der Stadt über seinen Vertrag verhandeln

svz.de von
erstellt am 11.Feb.2016 | 21:00 Uhr

Der Intendant des Rostocker Volkstheaters, Sewan Latchinian, hat Verhandlungen mit dem Beteiligungscontrolling der Stadt Rostock aufgenommen, um seinen Anstellungsvertrag vorfristig zu beenden. Nach Informationen unserer Zeitung beauftragte Latchinian eine Rostocker Rechtsanwältin, Gespräche über seinen Vertrag und dessen Dauer zu führen. Im Rathaus wollte man sich gestern dazu nicht äußern. „Kein Kommentar in Personalangelegenheiten“, sagte Stadtsprecher Ulrich Kunze.

Auch Latchinian selbst war nicht zu einer Stellungnahme bereit. Der Intendant möchte sich derzeit nicht zu diesem Thema äußern, hieß es gestern aus dem Volkstheater. Ein gemeinsamer Termin zwischen seiner Anwältin und dem Rathaus war bereits vereinbart gewesen, wurde dann aber wieder abgesagt. Die Aufsichtsratsvorsitzende des Volkstheaters, Eva-Maria Kröger, die derzeit nicht in Rostock ist, versucht bereits seit einiger Zeit, ein Gespräch zwischen Latchinian und dem Oberbürgermeister zu vermitteln.

Anfang Februar hatte Oberbürgermeister Roland Methling Latchinian und Theater-Geschäftsführer Stefan Rosinski aufgefordert, bis Ende nächster Woche ein Konzept für ein Zwei-Sparten-Haus mit Oper und Musiktheater in Rostock zu entwickeln. Das entspricht der Zielvereinbarung mit dem Kultusministerium. Erst in der vergangenen Woche hatte der Intendant bei einer Diskussionsveranstaltung in Schwerin allerdings gesagt: „Wenn es nach mir gehen kann, habe ich vor, meinen Vertrag bis 2019 durchzuhalten – und zwar mit vier Sparten. Ich halte den jetzigen Kurzschluss, ein Opernhaus aus dem Rostocker Volkstheater zu machen, für eine Schnapsidee. Ich werde Widerstand leisten, solange ich kann.“

Sybille Bachmann vom Rostocker Bund hatte Anfang der Woche gefordert, die Politik solle eine „persönliche gesichtswahrende Lösung“ zwischen dem Rathaus und dem Intendanten nicht torpedieren. Es ginge jetzt um einen „sachlichen Findungsprozess zur künstlerisch-organisatorischen Ausgestaltung des Volkstheaters Rostock mit Schwerpunkt Musiktheater“. Zuvor hatte die SPD-Stadtfraktion den Intendanten aufgefordert, sich den Rostockern zu erklären. „Das Volkstheater braucht jetzt eine Geschäftsführung, die den getroffenen Gesellschafterbeschluss mit einem zukunftsweisenden und in sich schlüssigen Konzept unterlegt“, sagte Fraktionsvorsitzender Steffen Wandschneider.

Bereits vor einem Jahr war Latchinian nach einem unglücklichen IS-Vergleich von OB Methling und dem Hauptausschuss der Bürgerschaft abberufen worden. Vier Wochen später kippte die Bürgerschaft auf öffentlichen Druck hin die Entlassung wieder. Methling stellte den Intendanten wieder ein. Anfang Mai wurde auch die Zielvereinbarung zur Zukunft des Theaters mit dem Land geschlossen. Latchinians Vertrag läuft noch bis Juli 2019.  

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