Schwerin Mueßer Holz : Traurige Kinder: Ihr Spielplatz ist weg

Akute Unfallgefahr beseitigt: Nur ein brauner Fleck erinnert in der Michael-Faraday-Straße noch an den Spielplatz, dessen hölzerne Anlagen zum Teil verfault waren. Foto: Verwiebe
Akute Unfallgefahr beseitigt: Nur ein brauner Fleck erinnert in der Michael-Faraday-Straße noch an den Spielplatz, dessen hölzerne Anlagen zum Teil verfault waren. Foto: Verwiebe

Statt klettern und herumtollen auf dem Spielplatz, können Kinder in der Michael-Faraday-Straße 7 bis 12 jetzt dem Gras beim Wachsen zusehen. Die Wohnungsgesellschaft Schwerin (WGS) hat ihre Anlage abgerissen.

svz.de von
27. Juli 2012, 11:59 Uhr

Muesser Holz | Statt klettern und herumtollen auf dem Spielplatz, können Kinder in der Michael-Faraday-Straße 7 bis 12 jetzt dem Gras beim Wachsen zusehen. Die Wohnungsgesellschaft Schwerin (WGS) hat ihre Anlage vor wenigen Tagen abgerissen, wie Peter Majewsky, Abteilungsleiter in der Hausbewirtschaftung, bestätigt. "Das ist aber kein Problem", sagt Ninette Franke von den SDS. "Ich aber wohl auch viele Eltern fragen sich, was hatte der kleine Spielplatz verbrochen, dass er dem Erdboden gleich gemacht wurde. Ich meine, kinderfreundlich geht anders", sagt Anwohner Roland Verwiebe.

"Wir mussten den Spielplatz zurückbauen", erklärt Majewsky. "Es bestand akute Unfallgefahr. Die Geräte sind zu baufällig gewesen." Wippe, eine Seil- und eine Federschaukel hatten Kinder zum Spielen eingeladen. Eine hölzerne Sitzgruppe "war verfault". Im Jahr 1995 war der Spielplatz errichtet worden. Eine heutige Reparatur hätte die Kosten eines neuen Spielplatzes fast erreicht, so Majeswky.

Doch die WGS wird keine neue Tobeanlage errichten. Zum einen soll der einzige Block der Gesellschaft in dem Viertel in den kommenden Jahren abgerissen werden, "weshalb sich eine Investition in einen Spielplatz für uns nicht mehr rechnet", sagt der Abteilungsleiter. Zum anderen ist die Nachfrage in dem Stadtviertel nicht mehr vorhanden, weil es immer weniger Kinder gibt.

"Wir haben im Mueßer Holz ein Überangebot an Spielplätzen", erläutert die Spielplatz-Managerin der Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen, Ninette Franke, weiter. Die Einwohnerzahl sei im Mueßer Holz stark gesunken. Die SDS bewirtschaftet im Auftrag der Stadt noch neun Spiel- und Bolzplätze im Stadtteil. Dazu kommen 18 private Spielanlagen, die von der WGS und anderen Wohnungsträgern unterhalten werden, wie die einstige in der Faraday-Straße.

Im laufenden Jahr plant die SDS eigenen Angaben zufolge im Auftrag der Stadt mehr als 50 000 Euro in Spielplätze zu verbauen. Das größte Vorhaben ist eine neue Spielkombination für den Platz am Werder in der Werdervorstadt. Er hat eine besondere Bedeutung und soll bereits für die Kinder der neuen Anwohner in den Waisengärten errichtet werden. Einmal pro Woche kontrollieren Mitarbeiter der SDS jeden Spielplatz. Sollte das Geld für notwendige Reparaturen nicht reichen, muss bei Gefahr das betroffene Spielgerät auch mal abgebaut werden, sagt SDS-Chefin Ilka Wilczek . So dauerte es beispielsweise auf dem Dwang zwei Jahre, ehe dort wieder gespielt werden konnte. Rutschturm und Doppelschaukel haben die SDS-Mitarbeiter dort im vergangenen Jahr aufgebaut. Des Weiteren gab es unter anderem ein neues Trampolin für den Spielplatz Tappenhagen, eine Komplettsanierung der Anlage Demmlerplatz und eine neue Kreuzpendelwaage für den Spielplatz am Südufer des Lankower Sees.

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