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Mecklenburg-Vorpommern

14. Dezember 2017 | 05:33 Uhr

Traurige Gewissheit: "Es ist Katharina"

vom

svz.de von
erstellt am 31.Jan.2012 | 08:55 Uhr

Kap Arkona | Ein steifer Nordostwind pfeift über das Kap Arkona, bis zu ein Meter hohe Wellen branden ans Ufer. Wie jeden Morgen seit dem tödlichen Steilküstenabbruch vor fünf Wochen, bei dem die zehnjährige Katharina aus Plattenburg in der Prignitz ums Leben kam, gehen zwei Mitarbeiter des Fördervereins "Kap Arkona" an der Abbruchstelle auf ihren Kontrollgang. Am alten Pegelhaus, nur 20 Meter nördlich der Unglücksstelle, stoßen sie auf die Leiche eines Kindes.

Während die Staatsanwaltschaft für eine offizielle Bestätigung das Ergebnis der rechtsmedizinischen Untersuchung abwartet, steht für Putgartens Bürgermeister Ernst Heinemann fest, dass es sich bei der Toten um Katharina handelt. "Ich habe das Gesicht gesehen", sagt er mit leiser Stimme nach der Abfahrt des Leichenwagens. Er ist sich sicher, Wind und Wellen haben die Leiche ans Ufer gespült. Der Fund stimme ihn traurig, sagt Heinemann. Erstmals nach den zermürbenden Wochen der Ungewissheit spiegelt sich in seinem Gesicht auch ein Hauch von Erleichterung. "Ich bin erleichtert, dass wir der Mutter sagen können, wir haben sie gefunden. Sie kann jetzt bestattet werden." Die Suche nach dem Kind hatte die 170 Einsatzkräfte zwei Wochen lang in Atem gehalten. Kurz nach dem Abbruch am 26. Dezember, bei dem mehrere Tausend Kubikmeter Kreide und Geröll in die Tiefe stürzten, konnten die Mutter und die ältere Schwester verletzt geborgen werden. Das nährte Hoffnungen, auch die Zehnjährige lebend zu finden.

Zuhause, in Plattenburg, sind die Menschen tief betroffen. "Wir müssen abwarten, was die Obduktion ergibt - obwohl wir alle davon ausgehen, dass es Katharina ist", sagte der stellvertretende Bürgermeister von Katharinas Heimatgemeinde Plattenburg, Erich Hoffmann (parteilos). Zugleich mache sich aber auch eine gewisse Erleichterung breit, "weil es dann endlich Gewissheit über das Schicksal von Katharina gibt".



In der Perleberger St. Jacobi-Kirche wurde für das Mädchen ein Gedenkort eingerichtet, "ein Ort zum Trauern, solange wie das Mädchen nicht gefunden worden war", sagt Superintendent Tilmann Kuhn. Bis zum Begräbnis werde der Gedenkort weiter bestehen, so lange steht die Kirche offen für alle, die Anteil nehmen am Schicksal der Familie. Auch gestern kamen viele, entzündeten Kerzen, verharrten im stillen Gebet. Mit dem Begräbnis habe man einen besseren Ort des Trauern gefunden, so Kuhn. Es werde sicher eine große Beerdigung. "Wir haben den Angehörigen angeboten, wenn gewünscht, unsere Kirche für die Trauerfeier zur Verfügung zu stellen.

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