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Mecklenburg-Vorpommern

11. Dezember 2017 | 23:46 Uhr

Wismar : „Traumschiff“ kommt doch nicht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Viele Wismaraner sind enttäuscht und hatten sich auf die Ankunft des ZDF-Traumschiffs MS „Amadea“ gefreut

Nicole Wriggers ist enttäuscht. Die für morgen angekündigte Ankunft des neuen ZDF-Traumschiffs MS „Amadea“ musste jetzt abgesagt werden. „Der deutsche Kapitän Jens Thorn hat sich entschieden, wegen der für Freitag angekündigten Witterungsbedingungen den Wismarer Hafen nicht anzusteuern“, sagte die Kreuzfahrtkoordinatorin der Columbus Cruise Center Wismar GmbH.

Für morgen erwarten die deutschen Wetterdienste stürmische Winde bis Windstärke 8, die dann mit bis zu 74 Kilometer pro Stunde über die Ostsee peitschen und Wellenberge bis zu einer Höhe von mehreren Metern auftürmen können.

Damit ist nun bereits der neunte von 15 in diesem Jahr ursprünglich geplanten Schiffsanläufen in der Hansestadt gestrichen worden. Noch vor dem Start in die Kreuzfahrtsaison 2015 hatten die spanische Reederei Pullmantur Cruises sowie die deutsche Phoenix Reisen insgesamt acht Schiffsanläufe abgesagt. Hauptgrund wie jetzt bei der MS „Amadea“ war auch der Sicherheitsaspekt bei widrigen Witterungsbedingungen. „Das ist natürlich sehr ärgerlich. Aber wenn der Kapitän dies so beschließt, ist es immer noch besser, als wenn etwas passiert“, so Nicole Wriggers.

Bereits im vergangenen Jahr musste Pullmantur Cruises das Anlaufen der 211 Meter langen MS „Empress“ wegen schlechten Wetters dreimal absagen.

Bei starken Winden laufen große Schiffe Gefahr, seitlich gegen die schmale und nur 9,50 Meter tiefe Fahrrinne gedrückt zu werden. Und weil die Wismarbucht nur von Schiffen bis zu einer Breite von gut 32 Metern und einer Länge von 220 Metern befahren werden darf, bleibt bei Pötten wie der 25 Meter breiten MS „Amadea“ oder der sogar 30,50 Meter breiten MS „Empress“ nicht viel Platz zum Manövrieren.

Deshalb drängt die Wismarer, aber auch die Landespolitik vehement auf die Aufnahme des Projekts Fahrrinnenvertiefung in den Bundesverkehrswegeplan. Denn nur, was in der Planung Aufnahme findet, kann in  den  nächsten   15 Jahren auch umgesetzt werden. Die Vertiefung der Hafenzufahrt könnte etwa 80 Millionen Euro kosten.

Die MS „Amadea“ läuft nun morgen übrigens Warnemünde statt Wismar an.

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