Ausbildung : Traumberuf Hebamme!

Ann-Katrin   Gutzeit   (l.)   und  ihre  Mentorin Dagmar  Kliefoth  bereiten  ein Kreißsaalbett  für  die   nächste   Geburt  vor.
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Ann-Katrin Gutzeit (l.) und ihre Mentorin Dagmar Kliefoth bereiten ein Kreißsaalbett für die nächste Geburt vor.

Ann-Katrin Gutzeit hat einen von ganz wenigen der begehrten Ausbildungsplätze ergattert / Sie schaut optimistisch in die Zukunft

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08. Juli 2014, 11:59 Uhr

Ann-Katrin Gutzeit wird, wovon viele Mädchen träumen: Hebamme. Sie selbst hat dieses Berufsziel seit fünf Jahren fest ins Auge gefasst: „Damals wurde mein Cousin geboren, der zusammen mit meiner Tante in den ersten Wochen zu Hause von einer Hebamme betreut wurde“, erzählt die junge Frau, die in Babst bei Neukloster zu Hause ist. Die Arbeit dieser Frau habe sie fasziniert – genauso wie das Baby. „Von da an stand für mich fest, dass ich auch Hebamme werden wollte.“

Heute, mit 20 Jahren, ist Ann-Katrin Gutzeit diesem Ziel schon ein ganzes Stück näher gekommen. Mittlerweile hat sie das zweite Ausbildungsjahr als Hebammenschülerin beinahe hinter sich. „Ich habe schon während der Schulzeit Praktika gemacht, und mich dann an allen Kliniken in Mecklenburg-Vorpommern beworben, die geburtshilfliche Abteilungen haben.“ Die Schweriner Helios Kliniken seien ihr heimlicher Favorit gewesen, auch, weil sie sich dort an einem „Tag der offenen Tür“ schon ein Bild von der ebenso modernen wie individuellen Entbindungsstation machen konnte. Tatsächlich kam sie dann ausgerechnet in Schwerin in die engere Auswahl derer, die zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wurden – und war schließlich eine von zwei jungen Frauen, die 2012 mit der Ausbildung zur Hebamme anfangen durften.

Mit ihrem Abitur hätte sie auch Medizin studieren können. „Aber das wollte ich nicht - als Hebamme bin ich viel näher an den Frauen und ihren Babys dran. Die Beziehung, die wir aufbauen, ist viel enger als die zwischen Arzt und Patientin“, meint die Hebammenschülerin. Zwar seien die meisten Frauen nur wenige Stunden in ihrer Obhut, dennoch hätte sie bei vielen anschließend das Gefühl, sie schon sehr lange und sehr gut zu kennen.

Die erste Geburt hatte Ann-Katrin Gutzeit bereits in einem Schulpraktikum miterlebt – da noch als passive Beobachterin. Mittlerweile übernimmt sie immer mehr Aufgaben einer Geburtshelferin selbst. Die erfahrene Hebamme Dagmar Kliefoth steht ihr dabei als Mentorin zur Seite. Sie lächelt leise, wenn Ann-Katrin von den strahlenden Augen der jungen Mütter und den Tränen der frisch gebackenen Väter schwärmt. Selbst seit 1979 als Hebamme tätig, weiß sie auch um die Schattenseiten des Berufs. Fehl- oder Totgeburten seien zwar selten, aber sie kämen vor – und damit müsse man erst lernen umzugehen. Ann-Katrin blieben diese Erfahrungen bisher noch erspart.

Dafür kann sie von Mehrlingsgeburten berichten, von den ersten Fotos für so manches Familienalbum, die sie aufgenommen hat, von ausgefallenen Namen, deren Schreibung die stolzen Eltern mit „na einfach so, wie man’s spricht“ erklärten…

Das theoretische Rüstzeug bekommt Ann-Katrin Gutzeit wie alle Hebammenschülerinnen aus dem Nordosten an der Berufsschule in Rostock. Praktisch lernt sie die meisten Dinge am Schweriner Klinikum. In den nächsten Wochen allerdings steht ein externes Praktikum bei einer freiberuflichen Hebamme an. Vielleicht, weil ihr diese Erfahrungen bislang noch fehlen, sieht die junge Frau ihre berufliche Zukunft eher an einer Klinik: „Freiberuflich zu arbeiten, nein, das kann ich mir nicht so richtig vorstellen.“ Optimal fände sie es, wenn sie in ein paar Jahren wie ihre Mentorin nebenberuflich Wöchnerinnen und ihre Babys zu Hause betreuen könnte. Vor allem aber möchte sie Geburtshelferin sein.

Dass immer mehr Hebammen sich gerade von dieser Aufgabe, die das ganz Besondere an ihrem Beruf ausmacht, verabschieden müssen, weiß Ann-Katrin Gutzeit. Trotzdem blickt sie optimistisch in die Zukunft: „Kinder werden immer geboren. Und Frauen werden immer Hilfe dabei brauchen.“

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