Zukunftspark : Traum vom Nieklitz-Park XXL

Für seine Forschungsleistung anerkannt, wegen seiner Haushaltsführung im Zukunftspark Nieklitz umstritten: Prof. Berndt Heydemann
Für seine Forschungsleistung anerkannt, wegen seiner Haushaltsführung im Zukunftspark Nieklitz umstritten: Prof. Berndt Heydemann

Neue Runde im Finanzstreit im Zukunftspark Nieklitz in Westmecklenburg: Seit Monaten warten Land und Umweltstiftung für den trotz millionenschwerer Förderung von der Pleite bedrohten Umweltpark auf schlüssige Konzepte - vergebens. Trotzdem tischt Umweltforscher Berndt Heydemann bereits das nächste Millionenprojekt auf - in Schleswig-Holstein Die Umweltszene winkt ab.

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20. März 2009, 11:58 Uhr

Schwerin | Die Pläne sprengen alle Dimensionen: 25 Millionen Euro wollte Heydemann in ein Forschungszentrum mit 20 Standorten in Schleswig-Holstein und Hamburg stecken und wie in Nieklitz mit dreidimensionalen Modellen Natur erlebbar machen. Ein Biologisches Institut soll für Forschungsergebnisse sorgen, wirbt der 79-Jährige bei Kommunal- und Landespolitikern. "Eine interessante Idee", meinte Michael Koch, Bürgermeister von Malente, warnte aber: Das Projekt ist von der Kommune nicht zu finanzieren. Zurückhaltung auch in der Landespolitik Schleswig-Holsteins: Alles was realistisch ist, ist zu unterstützen", sagte die CDU-Landtagsabgeordnete Herlich Marie Todsen-Reese. Notwendig sei ein tragbares Konzept.

Mit einem Finanzplan für das neue Zentrum wie auch für den Nieklitz-Park hält sich Heydemann aber zurück. Durch die Wirtschaftskrise sei das Projekt um zwei Drittel auf acht bis neun Millionen verkleinert worden, teilte er gestern mit. Für das neue Forschungszentrum, das in zwei bis drei Jahren entstehen solle, wolle er "verschiedene Geldgeber, Stiftungen, staatlicher Unterstützung, etwa auch kommunale" gewinnen. Unterstützt werde das Projekt sowohl von der Nicol-Stiftung als auch der 2008 neu gegründeten Heydemann Stiftung für Natur-Mensch-Kultur.

Die neuen Pläne lassen die Zukunft des Umweltparks in Nieklitz aber offen. Für den laufenden Betrieb sei das Zentrum 2008 von der NUE-Stiftung nochmals mit 100 000 Euro unterstützt worden. Der Jahresabschluss stehe aber noch aus, sagte NUE-Chef Onno Poppinga. Bislang habe Heydemann keine Informationen zur Zukunftsentwicklung gegeben. Auch das Land wartete bisher vergebens, teilte das Agrarministerium mit. Heydemann lehnte gestern ein neues Konzept erneut ab. Bildungskonzepte dieser Art könnten nicht ohne Staatshilfe realisiert werden, erklärte er. Für eine Übergangszeit sei der Parkbetrieb durch "private Initiativen/Spenden und auswärtige Wissenschafts-Aufträge" aufrechterhalten worden.

Das Land hatte nach fehlenden Finanzierungskonzepten die Förderung eingestellt und einen von Heydemann im nachhinein geforderten Verlustausgleich abgelehnt. In dem seit Monaten mit dem Land und Umweltstiftungen geführten Finanzstreit verweigert Parkchef Heydemann jede Zusammenarbeit. So weigerte er sich beispielsweise, bei der Erarbeitung eines Zukunftskonzeptes mit externen Gutachtern zusammenzuarbeiten.

Nach der jahrelangen Förderung waren 2008 am wissenschaftlichen Gehalt des Zentrums Zweifel aufgekommen. Es seien "keine ernstzunehmenden wissenschaftlichen Ergebnise" erreicht worden, hatte Agrarminister Till Backhaus (SPD) kritisiert. Auch die von Heydemann versprochenen 200 000 Besucher jährlich blieben aus - gekommen waren nur 12 000.

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