Politikerin Seeman zufrieden : Traum erfüllt, die große Runde existiert

Dr. Margret Seemann (re.) auf einem Elektrorad unterwegs mit dem damaligen Staatssekretär Sebastian Schröder (li.) auf dem Radweg an der B 321 zwischen Bandenitz und Hagenow. Foto: Archiv
1 von 3
Dr. Margret Seemann (re.) auf einem Elektrorad unterwegs mit dem damaligen Staatssekretär Sebastian Schröder (li.) auf dem Radweg an der B 321 zwischen Bandenitz und Hagenow. Foto: Archiv

Vielen in der Region gilt sie seit Jahren als die Frau der Radwege. Nun hat sich Margret Seemann, SPD-Landtagsabgeordnete, einen ihren großen Träume erfüllt. Nun gibt es eine vom Straßenverkehr getrennte Radwegeroute von Schwerin bis nach Wittenburg.

svz.de von
23. Juli 2012, 10:00 Uhr

Klein Rogahn | Vielen in der Region gilt sie seit Jahren als die Frau der Radwege. Nun hat sich Margret Seemann, SPD-Landtagsabgeordnete aus Wittenburg, einen ihren großen Träume als Politikerin erfüllt. Mit der Inbetriebnahme des letzten 1,6 Kilometer langen Radweges zwischen dem Rogahner Kreisel und dem Neumühler See gibt es nun eine durchgehende vom üblichen Straßenverkehr getrennte Radwegeroute von Schwerin entlang der Landesstraße 042 bis nach Wittenburg. Für diese Verbindung hat die Frau, die lange Jahre auch Staatssekretärin und damit Regierungsmitglied war, hart gekämpft. Immer wieder sprach sie vom Traum einer großen Runde, von Schwerin nach Hagenow, nach Wittenburg und zurück über Dreilützow, Stralendorf. Und das alles auf neuen, extra angelegten Radwegen. Diese Runde gibt es nun, allerdings ist sie mehr als 70 Kilometer lang und somit mehr etwas für sportliche orientierte Radfahrer.

Der Bau der Strecke zwischen Fasanenhof und Neumühler See wurde notwendig, da nach Verkehrszählungen des Landes durchschnittlich 3500 Fahrzeuge an einem Tag diese Straße passieren. Die nur sechs Meter breite Fahrbahn in diesem Bereich ist zusätzlich durch Kuppen und Wannen gekennzeichnet, sodass Radfahrer erst sehr spät wahrzunehmen sind. Seemann: "Es ist immer sehr schade, wenn sich Baumaßnahmen für Radwege verzögern, weil sich Grunderwerbsverhandlungen, wie auch bei dieser Strecke, als sehr schwierig erweisen. Umso dankbarer bin ich dem Verkehrsministerium und dem Straßenbauamt, dass sie im Interesse der Verkehrssicherheit diese Verhandlungen letztlich erfolgreich führen konnten."

Die Gesamtkosten der Baumaßnahme belaufen sich auf 266000 Euro.

Doch damit ist das aktuelle Dilemma schon beschrieben. Radwegebau ist teuer und für weitere, nötige Projekte fehlt das Geld. Während es zwischen Dreilützow und Pogreß einen hervorragenden Radweg gibt, hat sich gerade in Vielank eine Bürgerinitiative gegründet, die einen Radweg zwischen Lübtheen und Dömitz an der Landesstraße fordert. Fehlanzeige in Sachen Radweg gibt es auch nach wie vor zwischen Wittenburg und Zarrentin obwohl dieser auch aus touristischen Gründen für die Schaalseeregion bitter nötig wäre. Auch an der B 5 sind Radwege kaum zu finden. Seit Jahren gibt es nahe Ludwigslust ein Ministück mit zwei neuen Brücken zu besichtigen, doch der wirklich dringende Radweg zwischen Kummer und Ludwigslust ist nicht in Sicht.

Insofern gibt es ein deutliches Ungleichgewicht, was die Verteilung der neuen Radwege angeht. Nicht jede Region hatte eine Frau Seemann zur Verfügung, die sich mit ihrem Drängen nach Radwegen auch bei vielen Behörden nicht gerade beliebt gemacht hat. Das Land hat derzeit anderen Prioritäten beim Radwegebau. Die Küstenanbindung ist immer noch unvollendet und drängt. Und der Landkreis, der hat noch weniger Geld und ist froh, wen er wenige Hundert Meter einer Kreisstraße bauen kann. Apropos Straßenbau: Dort, wo die Sanierung alter Straßen seit vielen Jahren überfällig ist, hat man immer weniger Verständnis für neue, teure Radwege. Erst müssten die Straßen saniert und sicherer werden, ehe man Radwege für ein paar Leute baut. Die Landespolitik steht somit vor einem schwierigen Balanceakt bei der Verteilung der Baumittel.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen