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Riesen-Laster : Transportbranche fordert Gigaliner-Versuch

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Das Verkehrsgewerbe in MV hat die Landesregierung aufgefordert, auch im Nordosten Versuche mit sogenannten Gigalinern zuzulassen. Die Gegner der Riesen-Laster befürchten, dass so die Straßen noch mehr belastet würden.

svz.de von
erstellt am 18.Apr.2013 | 06:59 Uhr

Das Verkehrsgewerbe in MV hat die Landesregierung aufgefordert, auch im Nordosten Versuche mit sogenannten Gigalinern zuzulassen. "Bisher wird das mit sehr fadenscheinigen Begründungen verhindert, dadurch werden unsere Häfen aber künftig vom Verkehr abgekoppelt", sagte Norbert Voigt vom Landesverband des Verkehrsgewerbes. Über dieses Thema und den Mangel an Geldern für Verkehrswege diskutierten gestern rund 200 Fachleute auf einer Landesverkehrskonferenz in Linstow (Landkreis Rostock).

Die Befürchtungen der Gegner solcher Riesen-Laster, dass dadurch die Straßen noch mehr belastet würden und die Bahn immer weniger transportiere, wies Voigt zurück. "Man kann nicht gegen solche Technik sein, ohne sich wenigstens an einem Feldversuch zu beteiligen und diese Ergebnisse abzuwarten." Bisher gebe es auch schon zwei Firmen im Land, die per Ausnahmegenehmigung des Verkehrsministeriums mit Gigalinern auf Autobahnen unterwegs sind.

"Durch Lang-Lkw könnten sogar zwei Fahrzeuge das befördern, was bisher drei Lkw schaffen", sagte der Verbandsgeschäftsführer. Klar sei, dass dies vor allem Güter mit großem Volumen und nicht so großem Gewicht betreffe. Solche Güter könnten nicht "per Beschluss" auf die Bahn umgelenkt werden. Dadurch, dass Lang-Lkw mehr Achsen haben, würden die Straßen auch nicht höher belastet als jetzt. Die Gesamtgewichtsgrenze von 40 Tonnen solle ja bleiben. In Skandinavien fahren laut Voigt sogar Lkw mit 60 Tonnen Gesamtgewicht, allerdings mit der gleichen Last pro Achse wie kleinere Transporter.

In Deutschland dürfen die 25,25 Meter langen Lkw seit Anfang 2012 auf bestimmten Straßen fahren. An dem Versuch beteiligen sich Bayern, Schleswig-Holstein, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Sachsen und Thüringen. Die neue Landesregierung Schleswig-Holsteins hatte sich im vergangenen Jahr einer Verfassungsklage Baden-Württembergs angeschlossen, die den Testlauf stoppen soll.

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