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Finanzhilfen für insolvente P+S Weften Stralsund und Wolgast : Transfergesellschaft steht

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Finanzspritze für insolvente P+S-Werften in Stralsund und Wolgast: Mit 25,2 Millionen Euro will der Landtag eine Transfergesellschaft für die 1800 betroffenen Schiffbauer finanzieren.

svz.de von
erstellt am 18.Okt.2012 | 08:00 Uhr

Schwerin | Finanzspritze für die Schiffbauer in Stralsund und Wolgast: 25,2 Millionen Euro für eine Transfergesellschaft, ein millionenschwerer Massekredit für die insolventen Werften - Land, Bund und EU bereiten neue Hilfen für die Ende August in die Pleite gerutschten P+S-Werften vor. Am Donnerstag gab der Finanzausschuss des Landtages 25,2 Millionen Euro zur Finanzierung einer Transfergesellschaft für die 1800 betroffenen Schiffbauer frei. Eine Million Euro davon wird benötigt, um den Verbleib der Lehrlinge auf den Werften zu sichern, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums. Die Transfergesellschaft soll am 1. November starten. Ende Oktober läuft das Insolvenzgeld aus.

9,2 Millionen Euro sollen aus dem Europäischen Sozialfonds ESF und 16 Millionen Euro aus Umschichtungen im Landeshaushalt kommen. Die Transfergesellschaft "bietet den Beschäftigten sehr schnell eine gute Chance auf dem Arbeitsmarkt", begrüßten die SPD-Landtagsabgeordneten Tilo Gundlack und Egbert Liskow den Ausschussbeschluss. Zustimmung auch von der Opposition: Ein positives Signal für die Beschäftigten, erklärte die finanzpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Jeannine Rösler. Damit bleibe Know-how in der Region erhalten. Nun müssten für die Werften "neue und verlässliche Investoren gefunden und die notwendigen Strukturentscheidungen getroffen werden, damit die Werften solide aufgestellt aus der Insolvenz hervorgehen können", forderte der Grünen-Abgeordnete Johannes Saalfeld. Der Linksfraktion zufolge will die Landesregierung die Mehrausgaben zum größten Teil mit der Senkung der Ausgaben für Zinsen bestreiten. Das verwundert, meinte Rösler. In den Haushaltsverhandlungen hätten SPD und CDU diese Deckungsquelle zur Finanzierung anderer Projekte stets als unseriös und nicht machbar qualifiziert.

Indes sind bei den gestrigen Finanzverhandlungen in Brüssel über einen Massekredit zum Weiterbau von sechs angefangenen Schiffen noch kein Ergebnis erzielt worden. Es seien noch weitere Abstimmungen zwischen Bund, Land und EU nötig. Die Verhandlungen würden fortgeführt, sagte ein Sprecher des Schweriner Wirtschaftsministeriums gestern. In Rede stehen für den Massekredit 80 Millionen Euro aus einem Hilfspaket von Land und Bund aus dem Juni. Die Summe war nicht mehr ausgezahlt worden, als im August klar wurde, dass die insgesamt zugesagten 152,4 Millionen Euro nicht ausreichen würden, um das Unternehmen wieder in sicheres Fahrwasser zu bringen. Gestern trat in Hamburg der Gläubigerausschuss der P+S-Werften zusammen, um über die Situation in Wolgast und Stralsund sowie über weitere Schritte zu beraten. Zum Inhalt des Treffens machte der Sprecher von Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann keine Angaben. Die Öffentlichkeit soll heute informiert werden, sagte er. Im Vorfeld hatte Brinkmann erklärt, dass 30 Unternehmen Interesse an den P+S-Werften bekundet hätten. Derzeit liefen an beiden Standorten die Arbeiten weiter. Bislang hätten keine weiteren Reeder Aufträge gekündigt.

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