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Gefährliches Spielzeug : Trampolin-Unfälle verdreifacht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mediziner in MV warnen vor schweren gesundheitlichen Folgen durch Trampolinspringen

svz.de von
erstellt am 01.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Sie schießen wie Pilze aus dem Boden: Trampoline auf Privatgrundstücken. Doch der Boom hat eine Schattenseite: Die Zahl der Trampolinunfälle bei Kindern und Jugendlichen hat sich binnen 15 Jahren verdreifacht, wie aus einer Studie der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) hervorgeht. Rund 28 Prozent der Verletzungen infolge solcher Unfälle sind schwer, betont die Fachgesellschaft. Denn Kinder gelangen auf den Sprunggeräten zum Teil meterhoch in die Luft und erreichen hohe Sprunggeschwindigkeiten. Schnell können sie dabei die Kontrolle über ihren Körper verlieren.

Auch in Rostock und Umgebung gibt es in den letzten Jahren ein überproportional steigendes Klientel von Trampolinopfern, vor allem im Kindes-, aber auch im Erwachsenenalter, so Prof. Dr. Thomas Mittlmeier, Leiter der Abteilung für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie an der Unimedizin Rostock. „Sie kommen mit Knochenbrüchen – besonders am Handgelenk –, Gehirnerschütterungen und, wenn es glimpflich ausgeht, mit Prellungen und Platzwunden.“

Laut DGOU gehören zu den häufigsten Unfallursachen gefährliche Sprünge wie Saltos, der Zusammenprall mehrerer Kinder sowie verwitterte oder defekte Sicherheitsnetze und daraus resultierende Stürze.

Prof. Mittlmeier macht auf eine weitere Unfallursache aufmerksam: Kleinkinder seien besonders verletzungsanfällig. „Sie können durch die Sicherungsnetze fallen und sind unkontrollierten Kollisionen viel leichter ausgeliefert“, warnt der Mediziner. Zudem seien die Gelenke von Kleinkindern noch äußerst instabil, ergänzt der Leiter der Sektion Kindertraumatologie der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, Prof. Dr. Peter Schmittenbecher. Sei dann auch noch ein größeres und schwereres Kind mit auf dem Trampolin, komme es durch den Gewichtsunterschied zu einem Energietransfer, der das leichtere Kind mitunter unkontrolliert durch die Luft fliegen lasse. Kinder sollten deshalb immer nur allein aufs Trampolin – und generell erst ab dem 6. Lebensjahr vorsichtig an das Springen herangeführt werden, fordern die Mediziner. Auch dann sollten sie immer beaufsichtigt werden. Am sichersten ist Springen und Landen in der Mitte des Trampolins.

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