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Neuer Weihbischof : Training mit dem Besenstiel

vom
Aus der Onlineredaktion

Horst Eberlein wird neuer Weihbischof im Erzbistum Hamburg

von
erstellt am 26.Mär.2017 | 21:00 Uhr

„Heilige Maria, bete für uns“, singen die Menschen im Hamburger Mariendom, der Kathedrale des katholischen Erzbistums Hamburg. „Heiliger Ansgar, bete für uns.“ Horst Eberlein liegt währenddessen auf dem Fußboden vor dem Altar. Über ihm halten zwei Diakone ein aufgeschlagenes Evangelium.

Es ist ein heiliger Moment: Der 66 Jahre alte bisherige Propst von Schwerin wurde am Sonnabendvormittag zum Bischof geweiht. Als Weihbischof folgt er auf Hans-Jochen Jaschke und Norbert Werbs, die zusammen mit Erzbischof Stefan Heße die Bischofsweihe leiten. Segnend legen sie, und anschließend alle übrigen anwesenden Bischöfe, Eberlein die Hände auf den Kopf. Dann erhält der Theologe die Insignien seines neuen Amtes: Das Evangelium. Einen Ring, als Zeichen der Treue zu Gott. Und einen Bischofsstab, den einst der Schweriner Weihbischof Theodor Hubrich benutzte.

Und die rheinische Frohnatur Heße kann es sich nicht verkneifen, in seiner Predigt eine Pointe auf Kosten des neuen Amtsbruders zu setzen. „In Schwerin erzählt man sich, Du hättest heimlich geübt, wie man ihn benutzt – mit einem Besenstiel“, sagte Heße. Doch der Erzbischof erinnert auch an den Wahlspruch Eberleins, ein Gebet des seligen Nils Stensen: „Jesus, bleib mir Jesus.“ „Unser aller Leben und Sterben, unser Sein oder Nichtsein als Kirche hängt einzig und allein davon ab, ob wir diesem Jesus trauen“, sagt Heße. Für Eberlein beginnt in diesem Moment ein neuer Lebensabschnitt.Firmungen, Gemeindebesuche und die Unterstützung des Erzbischofs in der Leitung des Bistums zählen nun zu seinen Aufgaben. Er wird in Hamburg sein Büro haben, aber für alle drei Bistumsteile zuständig sein: Für Mecklenburg ebenso wie für die Hansestadt. Und auch für Schleswig-Holstein. „Da wird viel Neues kennenzulernen sein“, sagt Heße.

„Menschen und Gemeinden, die ganz anders ticken als in Schwerin.“ Und eine Schonfrist erhält der neue Weihbischof nicht: Schon am heutigen Sonntag wird er in Ahrensburg die ersten Firmungen spenden. „Ich muss noch viel üben“, sagt Eberlein, als er zu Beginn seiner Dankesworte den Bischofsstab am Lesepult abstellt. Dann erinnert er an das Ermland, die Heimat seiner Eltern und Vorfahren, „die ich nicht vergessen möchte, weil sie mir den Glauben gaben.“ In der Kirche brandet da spontaner Applaus auf. So etwas hören die Hamburger Katholiken gern von ihren Bischöfen – und Eberlein gilt ohnehin als volksnah und bescheiden. Weswegen es nach dem Gottedienst auch keine Grußworte mehr gab. Doch Mecklenburg-Vorpommerns Justizministerin Katy Hoffmeister (CDU) war trotzdem nach Hamburg gekommen, um zu gratulieren. „Es ist für Mecklenburg ein gutes Zeichen, dass der künftig einzige Weihbischof im Erzbistum Hamburg aus unserem Land kommt“, sagte sie unserer Zeitung.

Sie sei sich sicher, dass er seine Heimat immer im Blick behalten werde - „auch wenn ich mir natürlich immer noch wünsche, dass er sein Büro in Schwerin hätte.“

 

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