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Schwerin : Tragischer Unfall: 17-Jähriger in Lebensgefahr

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Beim Sturz vom Fenster seines Internatszimmers im dritten Stock in Schwerin-Lankow ist ein 17-Jähriger lebensgefährlich verletzt worden.

svz.de von
erstellt am 09.Nov.2011 | 09:59 Uhr

Lankow | Ein Stadtteil steht unter Schock: Am Bildungszentrum für Hörgeschädigte im Schweriner Stadtteil Lankow hat sich am Dienstagabend ein tragischer Unfall ereignet. Ein 17-Jähriger war nach Polizeiangaben von gestern von dem Dach des Internates im Bremsweg mehr als acht Meter in die Tiefe gestürzt. Der Junge wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen in die Helios-Kliniken eingeliefert. Er schwebe weiterhin in Lebensgefahr, sagte Polize isprecherin Madlen Fafczynski gestern gegenüber unserer Zeitung. "Die Polizei schließt Fremdverschulden aus."

Aber wie kam es zu dem Unglück? Die Polizei konnte den Unfallhergang rekonstruieren. Dabei stützen sich die Beamten eigenen Angaben zufolge auf die Aussagen von drei jugendlichen Zeugen, die sie gestern befragten.

Demnach könnte das Unglück wie folgt abgelaufen sein: Am Dienstagabend gegen 21.20 Uhr will der Jugendliche eine Zigarette rauchen. "Dafür klettert er vermutlich auf das Dach des Internats", sagt Polizeisprecherin Faf czynski. Er ist in einem von 76 Wohnheimzimmern, das im dritten Stock des modernen Gebäudes liegt. Draußen ist es dunkel und neblig. Der Junge öffnet das Fenster in einer Dachgaube und erklimmt den Fenstersims. Die Ziegel sind feucht und schmierig.

Der Internatsschüler unterschätzt die Dachschräge. Er verliert den Halt, rutscht von dem Fenster in fast zehn Meter Höhe abwärts. Auch die Regenrinne bietet nicht genügend Halt. Der Junge fällt von dem Dach in die Tiefe. Er prallt auf einen Pflasterweg, der an der Hauswand entlang verläuft. Zahlreiche Zigarettenkippen liegen dort auf dem Boden. Der Verunglückte überlebt den Sturz laut Polizei mit schweren inneren und Kopfverletzungen. Er wird abtransportiert und in die Helios-Kliniken gebracht. Krankenhaus-Ärzte müssen den Jungen nach Informationen unserer Zeitung operieren.

Die Schul- und Internatsleitung der Salo Holding AG war gestern nicht zu einer Stellungnahme bereit. Lehrer und Schüler waren von dem Unglück merklich berührt. Die polizeilichen Ermittlungen dauern weiter an. Ob Konsequenzen aus dem Fall gezogen werden, konnte Polizeisprecherin Madlen Faf czynski gestern nicht sagen. Es handle sich um ein Unglück, das "überall passieren kann", sagte sie.

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