zur Navigation springen

Greifswalder Oie : Trächtige Kegelrobbe noch kugelrund

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Täglich beobachtet Mathias Mähler die Kegelrobben auf der Greifswalder Oie. Sein Augenmerk ist derzeit besonders auf ein trächtiges Weibchen gerichtet. Sollte es hier werfen, wäre es eine Sensation. Vor knapp 100 Jahren waren die Tiere an der südlichen Ostseeküste ausgerottet worden.

Das Warten auf den ersten Kegelrobbennachwuchs an der südlichen Ostseeküste seit Jahrzehnten geht weiter. Die trächtige Kegelrobbe halte sich noch immer an der Insel Greifswalder Oie auf, habe aber bislang noch nicht den Strand zur Geburt aufgesucht, sagte der Leiter der Vogelbeobachtungsstation des Vereins „Jordsand“, Mathias Mähler, am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Das Tier lebt mit rund 30 weiteren Artgenossen auf der zwischen Rügen und Usedom gelegenen Greifswalder Oie und war dort bereits im November fotografiert worden. Im Dezember waren sich die Biologen sicher, dass das Tier trächtig ist.

Eine Geburt wäre nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz ein Meilenstein bei der natürlichen Wiederansiedlung der Kegelrobben in der südlichen Ostsee. Dort waren sie in den 1920er Jahren komplett ausgerottet worden. Anfang der 1980er Jahre war der Kegelrobbenbestand in der ganzen Ostsee durch Bejagung und Schadstoffbelastung auf rund 5000 Tiere geschrumpft.

Die Biologen gehen davon aus, dass es sich bei der Robbe um eine Erstgebärende handelt. Das Tier könnte ihrer Einschätzung nach im Februar oder Anfang März werfen. Das Aufsuchen der Strandes sei ein sicheres Signal, dass die Geburt unmittelbar bevorsteht. Noch halte sich das Tier aber im Wasser oder auf Steinen auf, zusammen mit Jungbullen und geschlechtsreifen Männchen, sagte Mähler. „Die Männchen zeigen bereits Interesse an der weiblichen schwangeren Robbe.“ Unmittelbar nach dem Wurf beginnt bei den Kegelrobben die Paarungszeit.   Aktuell wird der Bestand in der Ostsee vom BfN auf rund 30 000 Tiere geschätzt. An der Küste Mecklenburg-Vorpommerns wuchs der Bestand in den vergangenen 15 Jahren langsam an und hat sich inzwischen auf maximal 50 bis 60 Tiere stabilisiert. Kerngebiet ist das Areal um die Insel Rügen.

Eine Geburt an der deutschen Küste wäre nach Einschätzung des Bundesamtes für Naturschutz ein sicheres Zeichen dafür, dass die Robben die deutsche Küstenregion als Lebensraum akzeptieren. In der Regel kehren die Robben immer wieder an den Ort der Geburt zurück.

Schon im vergangenen Jahr hatte Mähler ein trächtiges Weibchen an der Oie beobachtet. Nach starken Ostwinden war es aber vor der Geburt von der Oie abgewandert.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen