Traditionsbetriebe pleite

Heiko Richter
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Heiko Richter

Sie gehören seit Jahrzehnten zu Güstrow, sind Arbeitgeber für viele Menschen. Doch jetzt mussten mit der MEK Küchen GmbH und den Güstrower Türenwerken gleich zwei Traditionsunternehmen in der Barlachstadt Insolvenz anmelden. Ein schwerer Schlag für den Wirtschaftsstandort.

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12. Oktober 2009, 08:03 Uhr

Güstrow | Der Verlust von zwei produzierenden Betrieben nach der Schließung der Zuckerfabrik sei ein "herber Schlag" für Güstrow, so Bürgermeister Arne Schuldt, der gestern selbst noch nicht offiziell über die Insolvenzen informiert war.

Getroffen hat es jetzt die MEK Küchen GmbH Güstrow, die schon einmal durch den Einstieg eines marokkanischen Investors aus der Insolvenz gerettet worden war (SVZ berichtete). Gegenüber SVZ bestätigte gestern Geschäftsführerin Marina Ahrndt, dass zurzeit ein vorläufiger Insolvenzverwalter das Güstrower Traditionsunternehmen führe. Es werde versucht, neben den Marokkanern einen weiteren Investor zu finden. "Bis November läuft die Produktion weiter. Bis dahin müssen wir eine Perspektive finden", so Marina Ahrndt. Allein das Exportgeschäft, mit Nordafrika als wichtigstem Exportmarkt, habe die Auslastung des Betriebes nicht gewährleisten können. Noch zu Beginn des Jahres hatte Marina Ahrndt gesagt, dass sie mit einem Großauftrag aus Casablanca rechne. Dieser sollte den "Durchbruch" bringen, um die Kapazitäten im Güstrower Werk auszulasten. Doch dieser Auftrag komme nun zu spät, so Marina Ahrndt gestern. Die jetzige Insolvenz führt sie auf den Zusammenbruch des Inlandgeschäftes zurück, das weiterhin das Hauptstandbein der MEK Küchen war. Bereits seit Januar gab es im Betrieb Kurzarbeit. Aktuell sind hier noch 50 Mitarbeiter beschäftigt.

Auch das krisengeschüttelte Güstrower Türenwerk hat es erneut getroffen. Schon einmal stand das Traditionswerk vor dem Aus, jetzt ist die Zukunft wieder ungewiss: Die GTW Türelemente GmbH hat Insolvenz angemeldet. Geschäftsführer Heiko Richter war gestern nicht für eine Stellungnahme zu bekommen. Noch im Frühjahr hatte er gegenüber SVZ den Standort Güstrow als gesichert angesehen. Das Unternehmen habe sich "gesund geschrumpft", so Richter damals. Von einst mehr als 100 Mitarbeitern sind aktuell nur noch 36 geblieben. Auch sie befanden sich zuletzt in Kurzarbeit. Klar scheint zu sein, dass das Güstrower Unternehmen dem starken Konkurrenzkampf in der Branche und der bundesweiten Absatzflaute bei Türen erlegen ist. Der Markt hat sich seit Mitte der 1990er-Jahre halbiert. So konnten die Güstrower weniger Türen verkaufen, als geplant, heißt es von einem Insider.

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