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Verkehr : Touristiker: A20-Loch muss Chefsache werden

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Aus der Onlineredaktion

Die A 20 spült das Gros der Urlauber an die Ostseeküste. Seitdem ein Autobahnstück im Moor versank, macht sich die Tourismusbranche auf Rügen und Usedom Gedanken. Die Reparatur wird Jahre benötigen. Die Hotels wollen keine Gäste verlieren.

svz.de von
erstellt am 06.Dez.2017 | 20:45 Uhr

Im Bansiner Kaiser Spa Hotel „Zur Post“ auf der Insel Usedom will man den Urlaubern den A20-Frust mit Humor und Spezialangeboten nehmen. „Wir denken über einen A20-Entspannungssekt für die Gäste nach, die über die westliche A20 anreisen und am abgesackten Autobahnteilstück im Stau stehen“, sagt Hotelchef Sebastian Ader. Innerlich brodelt es in dem Touristiker, wenn er an die im Moor versunkene Autobahn bei Tribsees denkt. Doch Ader weiß: Der Tourismus ist eine sensible Branche. Weitere Negativschlagzeilen über das Brückendesaster könnten potenzielle Urlauber vertreiben.

Deshalb richtet Ader, zugleich Chef des Tourismusverbandes auf der Insel Usedom, den Blick nach vorn. „Wir suchen nach konstruktiven Ansätzen.“

Sein Kollege von der Insel Rügen, Tourismusverbandschef Knut Schäfer, setzt großes Vertrauen in Verkehrsminister Christian Pegel (SPD). „Wir brauchen jetzt keine Diskussionen, sondern Lösungen“, sagt Schäfer. Pegel sei für die touristischen Probleme sensibilisiert.

Die erfolgsverwöhnten Touristiker im Osten des Landes ahnen, dass ihnen schwierige Jahre bevorstehen. Rügen und Usedom sind mit 6,5 Millionen sowie 5,4 Millionen Gästeübernachtungen pro Jahr die touristischen Hotspots im Nordosten. In Vorpommern – wozu auch Fischland-Darß-Zingst, Stralsund und Greifswald gehören – werden rund zwei Drittel der Gästeübernachtungen des Landes generiert.

Die Touristiker dringen auf eine zügige Wiederherstellung der Anfang Oktober weggebrochenen Straße, wissen aber zugleich, dass es eine schnelle Lösung nicht geben wird. Denn seit Dienstagabend ist klar: Das Problem beschränkt sich nicht auf das abgesackte Autobahn-Teilstück. Ein Baugrundgutachten hatte im Landesverkehrsministerium die Hoffnung zerstreut, dass der ebenfalls auf der Moor-Linse liegende Teil hinter der abgesackten Stelle noch ausreichend tragfähig ist. Deshalb verzichtet das Land auf den Bau einer Behelfsbrücke.

„Dass ein Autobahn-Teilstück im hochentwickelten Deutschland für Jahre nicht mehr befahrbar ist, geht nicht“, sagt Ader. Die abgesackte A20 müsse Chefsache im Bundesverkehrsministerium werden, Planung und Bau müssten beschleunigt werden.

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