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Veränderungen bei der Kurtaxe : Touristen sollen mehr löhnen

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Aus der Onlineredaktion

Mal werden in den Seebädern Hundebesitzer zur Kasse gebeten, mal Saisontarife angeglichen

svz.de von
erstellt am 25.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Einige Seebäder an der mecklenburg-vorpommerschen Ostseeküste planen zum Saisonstart Veränderungen bei der Kurtaxe. Im Ergebnis versprechen sich die Kommunen Mehreinnahmen. Die Pläne reichen von einer Abgabe für Hundebesitzer wie in Zinnowitz, über eine ganzjährig hohe Kurtaxe ohne Winterrabatt wie in Binz bis zur Einführung einer Kurtaxe für Tagesgäste wie in Lubmin. Nach der Anerkennung Stralsunds als Erholungsort im Jahr 2016 diskutieren Fraktionen und Wirtschaft auch dort über Kurtaxe und Fremdenverkehrsabgabe.

Der Landestourismusverband zeigte Verständnis für die Pläne der Gemeinden. Diese Abgaben seien europaweit Standard in Hauptstädten und Tourismusregionen. Eine Erhöhung sei dann gerechtfertigt und vermittelbar, wenn der Gast einen Mehrwert erhalte, sagte Verbandssprecher Tobias Woitendorf. „Der Gast verbindet die Kurtaxe mit einer bestimmten Qualitätserwartung an die Sauberkeit der Orte und diese Erwartung muss dann auch erfüllt werden.“ Dass wegen Kurtaxen-Erhöhungen Gäste auf einen Urlaub in dem betroffenen Ort verzichteten, sei nicht spürbar.

Dennoch wird das Thema in den sozialen Medien heiß diskutiert, wie die Einführung der Kurtaxe für Tagesgäste zum 1. Mai in Lubmin. Neben Abzocke-Vorwürfen und der Ankündigung, das Seebad künftig zu meiden, gab es aber auch Verständnis für den Schritt.

„Wir wollen Übernachtungs- und Tagesgäste gleichbehandeln“, begründete Kurchefin Denise Johannßen die Tages-Kurabgabe von 1,70 Euro. Übernachtungsgäste müssen 1,60 Euro pro Tag berappen. An sonnigen Tagen besuchen bis zu 3000 Tagesgäste den Strand von Lubmin. Das Seebad will mit dem Geld in die Strandin-frastruktur wie Toiletten investieren. Der Gast wolle einen sauberen und gepflegten Ort, Strand und Promenade müssten gereinigt, der Müll beseitigt werden – das koste Geld, so Johannßen. Lubmin setzt zunächst auf Freiwilligkeit. Denn noch fehlten Automaten, auch habe das Seebad bislang keinen Strandvogt, der die Kurtaxe von den Strandbesuchern kassiert.

Das Ostseebad Zinnowitz auf der Insel Usedom erhofft sich durch die Erhöhung der Kurtaxe ab 1. Mai von zwei auf 2,50 Euro und die Einführung einer Kurtaxe von zusätzlich 50 Cent für Hundebesitzer Mehreinnahmen von jährlich 400 000 bis 450 000 Euro.

Die Einnahmen kämen den Gästen durch eine bessere Infrastruktur und mehr Veranstaltungen zu Gute, sagte Kurchefin Monika Schillinger. Die Einführung der Hunde-Kurtaxe begründete die Kurverwaltung damit, dass immer mehr Hunde in den Urlaub mitgenommen würden und dies zu einem Mehraufwand bei der Strandreinigung führe.

Auch die Hansestadt Stralsund, seit 2016 als Erholungsort anerkannt, will sich mit Kurtaxe und Fremdenverkehrsabgabe neue Geldquellen erschließen. Bürgerschaft und die Wirtschaft diskutieren derzeit das Thema intensiv, die Verwaltung arbeitet an einer Vorlage, wie eine Stadtsprecherin mitteilte.

Binz, mit knapp 2,6 Millionen Übernachtungen Klassenprimus auf Rügen, will die bislang erniedrigte Winter-Kurtaxe in Höhe von 1,50 Euro streichen. Künftig zahlen Gäste dann ganzjährig 2,60 Euro pro Tag. Die Satzung muss noch von der Rechtsaufsicht genehmigt werden, wie Kurdirektor Kai Gardeja sagte. Begründet wird die Änderung mit dem ganzjährigen Aufwand für Reinigung und Instandhaltung sowie mit der Zunahme des Tourismus im Winter.

In Warnemünde (2,25 Euro), Bad Doberan/Heiligendamm (2,00), in Zingst (2,80) und Prerow (2,00) bleibt es bei den Tarifen des Vorjahres. Auch gelten in diesen Orten weiter niedrigere Winterpreise. Bad Doberans Bürgermeister Thorsten Semrau (parteilos) kritisierte allerdings die Pläne von Binz, die Kurtaxe jeweils auch auf die An- und Abreisetage zu erheben.

Um Transparenz im Kurtaxen-Wirrwarr zu schaffen, haben die Orte des Verbandes „Mecklenburgische Ostseebäder“ bereits vor Jahren beschlossen, ihre Kurkarten auch in den Nachbarorten gelten zu lassen. So müssen Gäste, die in Boltenhagen übernachten, beim Ausflug nach Kühlungsborn keine Tages-Kurtaxe entrichten. Zum Verband gehören Boltenhagen, die Insel Poel, Rerik, Kühlungsborn, Heiligendamm/ Bad Doberan, Nienhagen und Seeheilbad Graal- Müritz.

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