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Wirtschaft MV : Tourismusbranche leicht im Plus

vom
Aus der Onlineredaktion

Das erste Halbjahr 2017 lief gut. Doch die Folgen des Dauerregens lassen sich nur schwer abschätzen

svz.de von
erstellt am 29.Aug.2017 | 20:45 Uhr

Trotz verregneter Hauptsaison und ausbleibender Auslandsgäste rechnet Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) für das Jahr 2017 erneut mit einem Tourismusrekord. „Ich wage die Prognose, dass wir 30,5 Millionen Übernachtungen schaffen“, sagte der Minister am Dienstag bei der Präsentation der Halbjahresbilanz in Schwerin.

Der Vorsitzende des Tourismusverbandes, Wolfgang Waldmüller, äußerte sich unter Hinweis auf die Unbilden des Wetters und auf eine wachsende innerdeutsche Konkurrenz zurückhaltender: „Ich wäre schon sehr froh, wenn wir die Vorjahresergebnisse wieder erreichen.“ Im Jahr 2016 hatte die Fremdenverkehrbranche im Nordosten mit 30,3 Millionen Übernachtungen ihr bislang bestes Resultat verzeichnet.

Wie aus den Halbjahreszahlen hervorgeht, legte Mecklenburg-Vorpommern in der Gunst der Urlauber zwar weiter zu. Doch profitierte das Land deutlich weniger von der wachsenden Nachfrage nach heimischen Reisezielen als andere Regionen Deutschlands. Laut Glawe zählten die größeren gewerblichen Tourismusbetriebe im Nordosten von Januar bis Juni 11,8 Millionen Übernachtungen. Das sei im Vergleich zum Rekordjahr 2016 erneut ein Plus von 0,9 Prozent gewesen. Bundesweit sei der Zuwachs mit 3,2 Prozent aber weitaus kräftiger ausgefallen. „In anderen Regionen läuft die Entwicklung dynamischer. Wir werden unser Marketing weiter forcieren“, sagte Glawe und kündigte für den Oktober die Vorlage des neuen Landestourismuskonzeptes an.

Laut Statistik verzeichneten Reha-Kliniken mit 2,9 Prozent im ersten Halbjahr den größten Zuwachs, Hotels meldeten 1,8 Prozent mehr Übernachtungen, Campingplätze ein Plus von 1,4 Prozent. Ferienhäuser und -wohnungen büßten hingegen 2,1 Prozent ein.

Zu den Verlierern zählte Glawe auch die Außengastronomie und die Strandkorbvermieter. Diese hätten insbesondere in den beiden Sommermonaten Juli und August, für die noch keine Daten vorlägen, witterungsbedingt deutlich schlechtere Geschäfte gemacht, als in vorhergehenden Jahren.

Regional waren im ersten Halbjahr die Mecklenburgische Seenplatte und die Mecklenburgische Schweiz mit Zuwächsen von 7 Prozent die großen Gewinner, Usedom verzeichnete 2,2 Prozent mehr Übernachtungen.

Leichte Rückgänge gab es an der Mecklenburgischen Ostseeküste und auf Rügen. Einen merklichen Rückgang musste die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst mit einem Minus von 4,6 Prozent verkraften.

Städtetourismus liegt weiter im Trend. Davon profitierten vor allem Wismar und Greifswald.

Einen kräftigen Rückgang gab es bei Gästeübernachtungen aus dem Ausland. Allen Werbeaktionen zum Trotz kamen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres lediglich etwa 140 000 Gäste von außerhalb und buchten 348 000 Übernachtungen. Das war laut Glawe ein Minus von 6,9 Prozent. Vor allem Niederländer kamen deutlich weniger nach Mecklenburg-Vorpommern.

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