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Positive Bilanz : Tourismus 2014 besser als erwartet

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Branche zieht positive Bilanz trotz enger Ferienzeit: 28 Millionen Übernachtungen bis Jahresende / Investitionen in Infrastruktur gefordert

von
erstellt am 19.Dez.2014 | 08:00 Uhr

Gute Nachrichten vermelden die Touristiker in Mecklenburg-Vorpommern: Trotz Fußball-Weltmeisterschaft und einem engen Ferienkorridor im Sommer geht die Branche in der Endabrechnung 2014 von mehr als 28 Millionen Übernachtungen aus. „Das ist ein erfreuliches Ergebnis und ein ähnlich hohes Niveau wie 2013“, sagt Sylvia Bretschneider, Präsidentin des Landestourismusverbandes. Im vergangenem Jahr wurden nach Angaben des Statistischen Amtes etwa 28,2   Millionen Übernachtungen registriert.

Damit zieht die Branche eine positivere Bilanz als zunächst erwartet. Nach einem starken ersten Halbjahr brachen die Übernachtungszahlen im Juli ein. Als Hauptgrund nennt Tobias Woitendorf, Sprecher des Landestourismusverbandes, die ähnlich gelagerten Zeiträume der Sommerferien der Bundesländer. Dadurch hatten die Urlauber weniger Zeit zum Reisen. Andere blieben aufgrund der Fußball-WM zuhause. „In diesem Jahr hatten wir den kürzesten Ferienkorridor seit Langem. Das hat uns schwer getroffen. Im Vergleich zum Juli 2013 sind uns rund 500  000 Übernachtungen weggebrochen. Erst im August konnten wir wieder zulegen“, erläutert er.

Damit sind dem Land erhebliche Einnahmen verloren gegangen. „Mit nur 71 Sommerferientagen fehlten durchschnittlich zehn Tage gegenüber den Vorjahren. Jeder weggefallene Ferientag bedeutet einen Verlust von bis zu sieben Millionen Euro“, macht Wirtschafts- und Tourismusminister Harry Glawe deutlich.

Um ähnliche finanzielle Einbußen künftig zu verhindern, setzte sich Glawe auf der diesjährigen Wirtschaftsministerkonferenz für eine ausgedehntere Ferienregelung ein. Mit Erfolg: Für die Jahre 2018 bis 2024 legten die Kultusminister eine durchschnittliche Sommerferienzeit von 85 Tagen fest. Auf diese Weise kann das Tourismusgeschäft im Sommer entzerrt werden.

Vor allem Staus sorgten bei den Reisenden auf ihrem Weg nach MV immer wieder für Ärger. Weitere Investitionen in die touristische Infrastruktur hierzulande seien deshalb zwingend erforderlich, so Bretschneider. „Mecklenburg-Vorpommern gehört mit seinen Landschaften zu den Top-Destinationen. Aber in Sachen Erreichbarkeit müssen wir noch aufholen, um mit anderen deutschen Bundesländern und europäischen Regionen wettbewerbsfähig zu bleiben“, erklärt sie und fügt hinzu: „Touristen, die allzu oft im Stau stehen oder uns nur sehr umständlich erreichen, überlegen sich zweimal, ob sie erneut zu uns kommen.“ Mehr Entlastung wünscht sich auch Glawe und sieht die Touristiker in der Pflicht: „Die gute Erreichbarkeit ist Voraussetzung für eine Feriendestination. Hier sind Veranstalter, Dienstleister und Gastgeber gefordert, flexible Lösungen zu finden.“ Als Beispiel nennt er bewegliche An- und Abreisetage.

Ein Problem bleibt dennoch: Die Nachfrage nach touristischen Angeboten in MV konzentriert sich weiterhin auf wenige Monate in der warmen Jahreszeit. Das Ziel für 2015 und darüber hinaus sei daher, das Land über das ganze Jahr für Urlauber attraktiv zu machen, verdeutlicht Bretschneider. Dabei setzt die Tourismusexpertin auf Qualität statt Quantität. „Eine Ausbau unserer Kapazitäten, sprich mehr Betten, hilft der Branche nicht, zu wachsen. Vielmehr sind innovative Ideen, ein noch besserer Service und ein verstärktes Marketing der Schlüssel zum Erfolg“, so ihre Einschätzung. Ähnlicher Meinung ist auch der Wirtschafts- und Tourismusminister: „Gemessen werden wir bei unseren Gästen nicht an Übernachtungsrekorden, sondern an den Angeboten, die wir für sie machen. Qualität und Vielfalt müssen stimmen.“ Es gehe darum, Anreize für „Dauergäste“ zu schaffen, so dass sie jedes Jahr aufs Neue gern wiederkommen, aber auch neue Zielgruppen anzusprechen.

Die größte Herausforderung im kommenden Jahr sieht Woitendorf in der Einführung des Mindestlohns ab dem 1. Januar: „Einige Hotels und Gasthäuser werden deshalb wahrscheinlich ihre Preise erhöhen müssen. Ob das sich auch auf die Buchungszahlen auswirkt, wird sich zeigen.“

 

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