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Greifswald : Toter im Brunnen: Ausweis gefunden

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

25-Jähriger stand auf Fahndungsliste der Polizei / Herrenloses Fahrrad gibt Rätsel auf

Nach dem Fund einer Leiche am Ostersonntag in einem Brunnenschacht in Nepzin bei Züssow (Vorpommern-Greifswald) wurden gestern neue Einzelheiten bekannt. Wie unsere Redaktion aus dem Landeskriminalamt (LKA) erfuhr, konnte der Mann über eine Analyse seiner DNA und über einen Abgleich in der DNA-Datenbank des Bundeskriminalamtes in Wiesbaden eindeutig identifiziert werden. Wegen begangener Straftaten sei sein genetischer Fingerabdruck in der BKA-Datenbank bereits registriert. „Er war seit Monaten zur Fahndung ausgeschrieben“, sagte ein hoher LKA-Beamter. Dem Gesuchten sei bandenmäßiger schwerer Diebstahl vorgeworfen worden.

Außerdem sei im November vergangenen Jahres in Züssow ein herrenloses Fahrrad mit einer Tasche und Ausweispapieren gefunden worden, hieß es weiter im LKA. Der Ausweis gehörte dem Toten, wie sich jetzt herausgestellt habe. Mögliche Zusammenhänge seien Gegenstand der Ermittlungen.

Bei dem Mann aus dem Nepziner Brunnen handelt es sich demnach um einen 25 Jahre alten Thüringer, der Ende vergangenen Jahres in die Nähe von Wolgast (Vorpommern-Greifswald) gezogen war.

Tattoos auf dem Körper könnten auf Beziehungen zur Neonazi-Szene hinweisen. So bestätigte die Sprecherin des Neubrandenburger Polizeipräsidiums, Carolin Henschke, dass der Mann sich zu Lebzeiten ein Hakenkreuz auf die Haut stechen ließ.

Obwohl einiges dafür spricht, dass der Tote Opfer eines Verbrechens wurde, wollte die Polizei gestern auch die Möglichkeit eines Unfalls nicht ausschließen. „Wir ermitteln in alle Richtungen und stehen mit unseren Untersuchungen erst am Anfang“, sagte Polizeisprecherin Henschke. Das vollständige Obduktionsergebnis der Rechtsmedizin steht noch aus.

Der 25-Jährige war in dem vier Meter tiefen Brunnenschacht auf einem teilweise eingezäunten Privatgelände gefunden worden. Der Besitzer wollte die seit Monaten kaputte Pumpe im Schacht reparieren. Der Tote im Wasser trug Wintersachen und lag vermutlich bereits seit Monaten im Brunnen. Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren Züssow und Karlsburg holten den Toten aus dem Brunnen.

 

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erstellt am 23.Apr.2014 | 21:09 Uhr

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