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Nudelchallenge : Tonnenweise Pasta für die Armen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die „Nudelchallenge“: Hilfe mit Spaßfaktor für Bedürftige / Ihren Anfang nahm die Aktion in Wismar / Inzwischen bundesweit Anhänger

Spaghetti sind ein knappes Gut in den Ausgabestellen der mehr als 900 Tafeln in Deutschland. Der Grund: Haltbare Lebensmittel wie Reis, Zucker, Mehl oder eben Nudeln werden im Vergleich zu Obst, Gemüse, Brot und Milch vom Einzelhandel eher selten gespendet. Also wünschte sich der Chef der Tafel in Wismar, Detlef Lohne, Nudeln, als ein Unternehmer aus der Hansestadt ihn fragte, womit er helfen könne.

Der Marketing-Spezialist Robert Hoffmann war für die „Ice Bucket Challenge“ nominiert worden, hatte aber keine Lust, sich Eiswasser über den Kopf zu schütten. „Ich wollte auch lieber für eine Sache in meiner Region spenden“, sagt er. Die „Nudelchallenge“ war geboren.

Die Idee: Jemand bringt eine oder mehrere Packungen Pasta zur Tafel, macht ein Foto von sich, stellt es ins Internet und nominiert Bekannte, dasselbe zu tun. „Rund 6000 Nudelpakete haben wir seit dem Start der Aktion Ende August bekommen“, berichtet Lohne, der mit seinen Mitstreitern rund 400 Bedürftige in Wismar regelmäßig mit Lebensmitteln versorgt. Sportvereine forderten das Publikum bei ihren Spielen auf, Nudeln mitzubringen. Auch eine ganze Insel machte mit: Die Einwohner von Poel spendeten mehr als 1300 Packungen Nudeln und 100 Konserven.

Via Facebook verbreitete sich die „Nudelchallenge“ schnell über die Grenzen der Hansestadt hinaus. Die Aktion schwappte u. a. nach Rostock, Eutin, Kassel und auf die Insel Rügen. Die Rügener Tafel-Chefin Marija Elsner freut sich über Nudeln, Reis und Mehl auch deshalb besonders, weil immer mehr Flüchtlinge aus den verschiedensten Ländern und Kulturen zu unterstützen sind. „Das essen alle“, sagt sie.

Auch Firmen sind eingestiegen. So nominierte der Direktvermarkter Amway seine Vertriebspartner in Deutschland, Nudeln zu spenden. Mehr als eine halbe Tonne Pasta kamen für die Tafeln an den Firmen-Standorten Münster, Bayreuth, Hamburg, Puchheim bei München und Berlin zusammen, wie eine Sprecherin sagte. Der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutsche Tafel, Jochen Brühl, freut sich: „Die Idee, die ,Ice Bucket Challenge‘ auf die Bedürfnisse der Tafeln und ihrer Nutzer zu übertragen ist so einfach wie genial.“ In Wismar ist der „Nudelchallenge“-Hype inzwischen etwas abgeebbt, Detlef Lohne geht mit seinen Vorräten sparsam um. „Der Vorrat reicht bis Ende Januar“, sagt er. „Dann muss uns etwas Neues einfallen.“ Mit-Initiator Robert Hoffmann ist dabei. „Wir wollen das weiter betreiben“, kündigt er an. „Die nächsten Aktionen sind im Januar geplant.“

 

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