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Mecklenburg-Vorpommern

19. Oktober 2017 | 07:46 Uhr

Tonnenschwerer Truck fährt elektrisch

vom

svz.de von
erstellt am 05.Okt.2012 | 05:20 Uhr

Schwerin | 580 Pferdestärken schlummern im Dieselmotor unter der silberfarbenen Brummi-Motorhaube. Doch wenn der 7,5 Tonnen schwere Sattelschlepper anfährt, ist lediglich ein Summen zu hören. Das Geheimnis des Flüsterantriebs im Sacania R 580 liegt zwischen Vorder- und Hinterachse: Ein Elektromotor und ein Batterietank sind dort eingebaut.

Beim Starten, im Stau oder in verkehrsberuhigten Zonen kann der Sattelschlepper rein elektrisch fahren. Der Strom für die Batterie wird aus überschüssiger Bremsenergie gewonnen. Der Hybridantrieb spart Kraftstoff. "Bis zu 10 Prozent im Fernverkehr", erklärt Diplom-Ingenieur Ingo Buck von der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig Holstein (WTSH). Buck hat den Hybrid-LKW mitentwickelt. "Und da kommt noch mehr rein", verspricht der Diplom-Ingenieur.

Doch erst einmal wird der Sattelschlepper am kommenden Montag auf den gepflasterten Hof der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin rollen und neben verschiedenen Elektro-PKW und einem einem Linienbus mit E-Antrieb ausgestellt. Damit die Besucher auf dem Tag der Elektromobilität ab 13 Uhr etwas "zum Anschauen und Anfassen haben", erklärt Thomas Lust, Umwelt- und Energieberater der IHK. Die Veranstaltung im und am Ludwig-Bölkow-Haus "ist etwas für die breite Öffentlichkeit" verspricht IHK-Sprecher Andreas Kraus. Für Testfahrten auf den Elektro-Fahrrädern wird ein Kegel-Parcours aufgebaut. Der E-Bus lädt zu kurzen Rundfahrten ein. Rund 30 Firmen und Unternehmen werden ihre Ideen und Produkte vorstellen. Experten halten ab zirka 14 Uhr Vorträge zum Thema E-Mobilität, erklären wie Nutzfahrzeuge mit Hybrid-Antrieben ausgerüstet werden können und sich in Brennstoffzellen aus Wasserstoff Strom erzeugen lässt.

Hybridantriebe, Brennstoffzellen, Elektrofahrzeuge - "das wird einmal ein Riesenmarkt", prophezeit IHK-Sprecher Kraus bereits. Deutschland will weg von der Atomkraft. Die Spritpreise steigen stetig. Um mobil zu bleiben, müssen neue Technologien entwickelt werden. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es laut Kraus bereits "gute Ansätze vieler kleinerer Firmen." Die Tüftler der Schweriner Firma balticFuellCelss beispielsweise entwickelten eine handtellergroße Brennstoffzelle, in der aus Wasserstoff Strom erzeugt wird. Die Zelle kann Bordstrom für Hausboote und Wohnmobile liefern - Mit einem Energieträger, der "praktisch unbegrenzt zur Verfügung steht und in Behältern transportiert werden kann", erklärt Thomas Lust. Neue Ideen wollen auch die Entwickler des Hybrid-LKW auf dem IHK-Tag vorstellen: Die Trucks der nächsten Generation sollen mit einer Turbine ausgestattet werden, die den Abgasdruck zur Stromerzeugung nutzt. Über spezielle Generatoren soll selbst die Wärme der Abgase in elektrische Energie umgewandelt werden. Geplant sind außerdem stromerzeugende Stoßdämpfer.

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