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Mecklenburg-Vorpommern

17. Dezember 2017 | 10:57 Uhr

Bergen auf Rügen : Tödliches Familiendrama

vom
Aus der Onlineredaktion

54-jähriger sticht achtmal auf seine Frau ein – die Mutter dreier Kinder stirbt

Gegen einen 54-jährigen Syrer hat die Staatsanwaltschaft Stralsund Anklage wegen Totschlages erhoben. Dem Mann wird vorgeworfen, im November 2016 seine ebenfalls aus Syrien stammende Frau in Bergen auf der Insel Rügen mit einem Messer erstochen zu haben, sagte gestern der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Cloppenburg. Die Familie mit drei Kindern war im August 2014 aus Syrien nach Deutschland geflüchtet.

Als Hintergrund der Tat nimmt die Staatsanwaltschaft familiäre Spannungen an. Es gebe Anhaltspunkte dafür, dass der Mann sich in den Lebensverhältnissen in Deutschland nicht zurechtgefunden habe. „Der Angeklagte sah sich offenbar in seiner angestammten Rolle als Familienvater in Frage gestellt.“ Das Paar lebte zwischenzeitlich in getrennten Wohnungen.

Am Morgen des 23. Novembers war es in der Wohnung der 41-jährigen Frau laut Cloppenburg zu einem Streit gekommen. Dabei habe der Mann etwa achtmal auf die Frau eingestochen, die schwer verletzt in den Hausflur und auf die Straße flüchtete. Eine Nachbarin hatte den Vorfall beobachtet und die Polizei alarmiert. Die Beamten nahmen den mutmaßlichen Täter noch am Tatort widerstandslos fest. Ärzte versuchten die Frau zu retten, sie erlag den Angaben zufolge jedoch im Krankenhaus ihren Verletzungen. Die Syrerin starb an Blutverlust und Organversagen.

Die 8, 16 und 24 Jahre alten Kinder waren zum Zeitpunkt der Tat nicht in der Wohnung. Die Familienmitglieder waren laut Staatsanwaltschaft als Flüchtlinge anerkannt und hatten einen Aufenthaltstitel, allerdings noch kein Asylrecht. Nach Angaben der Ermittler hatte der Angeklagte nach der Festnahme den Streit eingeräumt, nicht aber die Messerstiche. In den Vernehmungen habe er angegeben, sich an die Stiche nicht erinnern zu können, sagte Cloppenburg. Er sitzt seit der Tat in Untersuchungshaft. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu 15 Jahren Haft.

Die minderjährigen Kinder waren zunächst in die Obhut des Jugendamtes gegeben worden. Wie ein Sprecher des Kreises sagte, habe der 24-jährige Bruder die Verantwortung für seine jüngeren Geschwister übernommen. Ihnen sei durch das Jugendamt Hilfe angeboten worden.

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