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Mecklenburg-Vorpommern

17. November 2017 | 22:36 Uhr

Tödliche Schüsse mit Schreckschusswaffe

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Haftbefehl gegen 28-Jährigen / Mann im Streit erschossen

svz.de von
erstellt am 18.Dez.2015 | 19:34 Uhr

Das Amtsgericht Pasewalk hat nach tödlichen Schüssen mit einer Schreckschusspistole Haftbefehl wegen Verdachts des Totschlags gegen einen 28-jährigen Mann erlassen. Der Verdächtige soll am Dienstag einen Mann in Anklam mit einer Schreckschusspistole im Streit getötet haben, wie ein Gerichtssprecher gestern erklärte. „Er hat bei der Vernehmung eingeräumt, geschossen zu haben“, sagte Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler in Neubrandenburg.

„Mit dieser Schreckschusswaffe können kleine Projektile verschossen werden“, erklärte Zeisler. Es werde aber noch untersucht, ob dafür an der Pistole vorher manipuliert worden sei. Die weiteren Umstände, wie der exakte Abstand der Waffe zum Körper des Opfers, müssten auch noch genauer ermittelt werden. „Das ist wichtig, weil davon abhängt, ob die Tat vorsätzlich begangen wurde.“

Die rechtsmedizinische Untersuchung des Getöteten hatte ergeben, dass die tödlichen Verletzungen von dem Schreckschussrevolver des Verdächtigen herrührten. Der Vorfall hatte sich vor einem Wohnhaus in Anklam ereignet. Die beiden Männer haben sich laut Zeisler im Beisein mehrerer Zeugen um einen defekten Laptop gestritten, den das 36 Jahre alte Opfer vorher dem Beschuldigten verkauft hatte.

Im Streit habe der Verdächtige dann geschossen und sei weggelaufen.

Zu dem Vorfall hätten die Zeugen aber unterschiedliche Angaben gemacht. Kurz danach wurde der 28-Jährige festgenommen.

Hintergrund: Immer mehr Kleine Waffenscheine in MV

Bisher wurden in diesem Jahr 272 Dokumente vergeben, 85 mehr als 2014. Mindestens 30 Anträge werden derzeit geprüft. Das geht aus einer Umfrage unserer Zeitung in den Landkreisen hervor. Insgesamt sind in MV laut Innenministerium 3616 Stück registriert. Das Dokument berechtigt den Inhaber zum Führen von Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen mit PTB-Zulassung in der Öffentlichkeit. Der Erwerb dieser Waffen ist frei. Doch auch mit Kleinem Waffenschein ist das Schießen nur im Notfall erlaubt.

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