Brandeinsätze : Tödliche Geburtstagsfeier

Lichterloh brennt ein Schuppen in der Lübzer Jahnstraße am ges-trigen Donnerstagvormittag.
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Lichterloh brennt ein Schuppen in der Lübzer Jahnstraße am ges-trigen Donnerstagvormittag. Fotos: sabrina panknin

43-Jähriger kommt bei Wohnungsbrand in Parchim ums Leben – Feuerwehr verhindert Großbrand in Lübz

svz.de von
04. Dezember 2014, 20:30 Uhr

Bei einem Wohnungsbrand in Parchim ist in der Nacht zu gestern ein Mann (43) ums Leben gekommen, ein weiterer (49) wurde schwer verletzt und ein Kleinkind zur Beobachtung ins Krankenhaus eingeliefert.

Es ist wenige Minuten vor halb zwei in der Nacht, als Polizei und Feuerwehr alarmiert werden. In der Walter-Hase-Straße brennt eine Wohnung im zweiten Stock. Starker Rauch steigt aus den Fenstern des Treppenhauses. Einer der Mieter, der über der Brandwohnung wohnt, versucht noch mit einem Eimer Wasser zu löschen, muss das aber aufgeben. Der beißende Rauch lässt es nicht zu und das Feuer ist schon zu groß.

Vor Ort beginnen die 25 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Parchim sofort mit der Brandbekämpfung. Gleichzeitig werden gemeinsam mit der Polizei die Mieter in den Wohnungen dieses Aufganges evakuiert. Das alles geht ziemlich schnell, viel Zeit bleibt den Mietern nicht. Viele von ihnen tragen noch Schlafanzüge, haben nur schnell Jacke oder Mantel übergeworfen.

Die Feuerwehrkameraden können nur unter Atemschutz agieren, die Hitze und der Rauch haben bereits das Treppenhaus angegriffen, der Rauch steigt aus allen Öffnungen. In der Wohnung in der zweiten Etage brennt es lichterloh, doch relativ schnell können die Kameraden das Feuer löschen. Dabei machen sie die grausige Entdeckung. Ein Mann (43) ist bereits leblos, einen weiteren 49-Jährigen, es ist der Mieter, können sie schwer verletzt dem Rettungsdienst übergeben. Notarzt und Rettungsassistenten kämpfen noch vor Ort um sein Leben. Letztlich schaffen sie es, ihn mit lebensgefährlichen Brandverletzungen ins Krankenhaus zu transportieren.

Einige Mieter anderer Wohnungen, darunter eine Familie mit Kleinkind, werden vorübergehend im warmen Feuerwehrauto untergebracht. Später werden das Kind (1) sowie seine Eltern zur Beobachtung ins Krankenhaus gebracht. Inzwischen konnten die übrigen Mieter bei Freunden, Nachbarn oder Verwandten Unterschlupf finden. Eine zweiköpfige Familie hatte die Wobau-Chefin Gerda Behrend, die persönlich in der Nacht vor Ort war, in der Gästewohnung der Wobau untergebracht.

Noch in der Nacht haben Beamte des Kriminaldauerdienstes mit der Spurensicherung begonnen. Inzwischen hat die Ermittlungen die Kriminalinspektion Schwerin übernommen. Als Brandursache könnte nach unbestätigten Meldungen auch eine fahrlässige Brandstiftung infrage kommen. Nach Informationen unserer Zeitung haben sich die zwei Männer möglicherweise zu einem Umtrunk getroffen, denn der 43-jährige Tote wollte Geburtstag feiern und so wurde vermutlich in diesen Tag hinein gefeiert, allerdings mit tödlichem Ausgang.

Feueralarm auch in Lübz. Mehrmals soll es geknallt haben, erzählen Nachbarn aus der Jahnstraße gestern. Ein Schuppen steht lichterloh in Flammen. Das Feuer hat schnell auf das Vordergebäude, eine Garage mit ausgebautem Dachgeschoss, übergegriffen. „Immer wieder hat es geknallt. Doch was sollten wir tun? Das Wasser in den Gärten ist jetzt ja ausgestellt“, erzählt Hans-Jürgen Hennings. Schnell ist die Feuerwehr vor Ort. Die Hausbewohner, ein älteres Ehepaar, hat es noch rechtzeitig aus dem vorderen Wohnhaus geschafft.

Dicke, schwarze Rauchwolken verhängen den Lübzer Himmel. Immer wieder flammt das Feuer auf, in der Garage steht noch der Pkw der Hausbewohner. Der Motorraum brennt, ist nur schwer zu löschen. Immer wieder wechseln sich die Atemschutzgeräteträger ab, um das Feuer zu löschen. Um alle Glutnester auszumachen, arbeiten die Feuerwehrmänner mit einer Wärmebildkamera. Warum das Feuer in dem Schuppen ausgebrochen ist, wird jetzt die Kriminalpolizei herausfinden müssen.

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