Mecklenburger Pornodarstellerin starb bei Brustoperation : Tod von "Sexy Cora" beschäftigt Gericht

<fettakgl>Sexy-Cora starb</fettakgl> im Januar 2011 nach ihrer fünften Brustvergrößerung. <foto>dpa</foto>
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Sexy-Cora starb im Januar 2011 nach ihrer fünften Brustvergrößerung. dpa

Zwei Jahre nach dem Tod von "Sexy Cora" bei einer Schönheitsoperation beginnt am 28. Januar ein Prozess gegen die Narkoseärztin. Die Pornodarstellerin Carolin Wosnitza wuchs in einem Dorf in der Nähe von Schwerin auf.

svz.de von
07. Januar 2013, 07:29 Uhr

Hamburg/Schwerin | Zwei Jahre nach dem Tod der Pornodarstellerin "Sexy Cora" bei einer Schönheitsoperation beginnt am 28. Januar vor dem Landgericht Hamburg ein Prozess gegen die Narkoseärztin. Der 56-Jährigen werde fahrlässige Tötung vorgeworfen, teilte eine Gerichtssprecherin gestern mit. Sie bestätigte damit Medienberichte. Bislang ist nach der Prozesseröffnung nur ein weiterer Verhandlungstermin für den 5. Februar angesetzt. Bei einer Verurteilung drohen der Medizinerin bis zu fünf Jahre Haft.

Carolin Wosnitza, geborene Ebert, alias "Sexy Cora" war auf einem Dorf in der Nähe von Schwerin aufgewachsen. Sie wurde in Berlin geboren und war gerade zwei Jahre alt, als ihre Eltern sich trennten. Die Mutter nahm das Kind mit in ihre mecklenburgische Heimat. Mit 15 Jahren konnte Carolin erstmals mit ihrem Aussehen punkten, sie holte in einer Diskothek den Titel "Miss Arschgeweih". Nach dem Realschulabschluss wollte sie eine Krankenschwester-Ausbildung beginnen, musste diesen Plan aber wegen einer Fehlstellung der Hüfte aufgeben. Stattdessen ging sie mit ihrem Freund, der später ihr Ehemann und Manager wurde, nach Hamburg, wo sie nach kurzer Betätigung als Prostituierte auf Sankt Pauli in die Striptease- und Pornofilmbranche wechselte. Bundesweit bekannt wurde die Blondine Anfang 2010 unter ihrem Künstlernamen Sexy-Cora als Teilnehmerin der Fernsehsendung "Big Brother". Sie vertrat die Auffassung: "Mein Körper ist mein Kapital." Dafür scheute sie weder Kosten, Mühen noch Risiko. Sie ließ sich großflächig tätowieren und mehrfach operieren. Schon mit 18 entschloss sie sich zu einer ersten Brustvergrößerung und weitete den Umfang von 70 B auf 70 D aus. Es folgten drei weitere Eingriffe, beim fünften Mal peilte sie die Brustgröße 70 G an. Diese Operation überlebte der Pornostar nicht. Mit 23 Jahren erlitt Sexy-Cora in einer Hamburger Privatklinik während der Operation einen Herzstillstand. Nach mehreren Tagen im Koma starb sie am 20. Januar 2011 im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) an einer Hirnlähmung. Ihr Witwer ließ sie medienwirksam auf dem Friedhof in Hamburg-Ohlsdorf bestatten - in einem pinkfarbenen Sarg. Auf das Grab stellte er einen weißen Marmorengel.

Im März vergangenen Jahres hatte die Staatsanwaltschaft Anklage gegen eine 56-jährige Ärztin erhoben und dies damals mit zwei Vorwürfen begründet: Die Anästhesistin habe während der Operation nicht für eine ausreichende Beatmung gesorgt. Das habe zu einem Sauerstoffmangel im Gehirn und zu einem Herzstillstand geführt. Dann habe sie auch die Reanimationsmaßnahmen nicht fachgerecht vorgenommen.

Das Geschäft mit Sexy Cora floriert noch immer. Der 26 Jahre alte Witwer vermarktet seine tote Frau weiter im Internet. Das hatte er bereits kurz nach ihrem Tod auf Facebook angekündigt: "Wir werden dafür sorgen, dass der Begriff und das Label ,Sexy Cora’ und eine wundervolle Frau, die Liebe meines Lebens, weiterlebt (...)"

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