Vermisste in Zepelin : Tod nach 224 Kilometern Fahrt?

Schicksal ungewiss: Renate Hinrichsen
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Schicksal ungewiss: Renate Hinrichsen

Überraschende Wende im Fall der vermissten Renate Hinrichsen: Verdächtiger stirbt kurz nach Polizeidurchsuchung bei Verkehrsunfall

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19. April 2015, 21:30 Uhr

Seit zwei Wochen sorgen sich Freunde und Arbeitskollegen um das Schicksal von Renate Hinrichsen aus Büdelsdorf in Schleswig-Holstein. Die als äußerst zuverlässig geltende Büdelsdorferin war nicht aus dem Osterurlaub zurückgekehrt. Die Polizei geht jetzt von einem Gewaltverbrechen aus.

Vor zehn Tagen meldete ihr Chef die 59-Jährige bei der Polizei als vermisst. Die bei ihren Kollegen beliebte Frau hatte vor ihrem Urlaub von einem Besuch bei einem Bekannten im 224 Kilometer entfernten Zepelin bei Bützow (Landkreis Rostock) geschwärmt.

Hinrichsen startete ihre Reise am 2. April – seitdem fehlt jede Spur. Bei den Ermittlungen der Kriminalpolizei Rendsburg stand ihr 42-jähriger Bekannter sofort im Fokus. Da sich die Hinweise auf ein Gewaltverbrechen an der Büdelsdorferin verdichteten, übernahm am Freitag die Mordkommission in Kiel den Fall und erwirkte einen Durchsuchungsbefehl für das Einfamilienhaus des Verdächtigten in Zepelin. Das liegt in einem kleinen Neubaugebiet. Knapp ein Dutzend Beamte der Spurensicherung waren im Einsatz.

Unter anderem soll nach Augenzeugenberichten auch das Auto der Rendsburgerin bei dem Einsatz in der Garage des Verdächtigen gefunden und abgeschleppt worden sein. Die Polizei sprach auf Anfrage nur von Beweismaterial, das aufgefunden und beschlagnahmt worden sei. Dies lasse ein Gewaltverbrechen an der 59-Jährigen befürchten. Genauere Informationen wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen. Den Mann selber trafen die Beamten nicht an, Anwohner der umliegenden Häuser wurden bis spät in die Nacht befragt.

So bleibt auch die weitere Entwicklung des Falles im Unklaren, denn wenige Stunden nach Beginn der Polizeiaktion, gegen 19 Uhr, ereignete sich auf der Landesstraße 12 bei Wismar – gut 50 Fahrminuten mit dem Auto entfernt – ein tödlicher Verkehrsunfall. Am Steuer des Wagens saß der Tatverdächtige. Hat er etwa die Polizisten beim Kommen bemerkt und war geflüchtet? Die Ursache des Unfalls ist noch unklar und wird derzeit von Spezialisten der Kriminalpolizei Wismar gemeinsam mit einem Experten der Dekra untersucht. Ein Selbstmord des Mannes – der einem Schuldeingeständnis gleichkäme – ist nicht ausgeschlossen. Auch hierzu wollte sich die Polizei gestern nicht äußern.

Nicht gefunden wurde bislang die 59-Jährige. Deshalb konzentriert sich die Suche der Polizei auf die Büdelsdorferin beziehungsweise auf Zeugen, die die Frau nach dem 2. April gesehen haben. Renate Hinrichsen ist zwischen 170 und 175 Zentimeter groß, schlank, etwa 60 Kilogramm schwer, weist ein südeuropäisches Erscheinungsbild auf und trägt ihre langen, dunkelbraunen Haare meist zu einem Zopf gebunden. „Die im Zuge der weiteren Ermittlungen gewonnenen Erkenntnisse lassen befürchten, dass die 59-Jährige Opfer eines Gewaltverbrechens geworden ist“, hieß es. Hinweise nimmt jede andere Polizeidienststelle entgegen.

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