Waren an der Müritz : Tod einer Anwältin erschüttert Waren

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Foto: Susan Ebel

Mit drei Schüssen wird eine Anwältin in Waren an der Müritz getötet. Die Bewohner sind fassungslos. Der Täter auf der Flucht.

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01. Februar 2018, 20:13 Uhr

Fassungslos stehen Passanten in Waren an der Müritz vor einem Haus an der Bundesstraße 192, vor dem reihenweise Polizeiwagen stehen. „Ist es wahr, dass hier eine Anwältin erschossen wurde?“, fragt eine Frau über das rot-weiße Absperrband hinweg. Wie ein Lauffeuer hat sich über soziale Medien am Donnerstag in dem Touristenort herumgesprochen, dass gegen Mittag Schüsse in einer Anwaltskanzlei zwischen Altstadt und der Bundesstraße gefallen sind.„Ja das stimmt. Es handelt sich, nach allem was wir wissen, beim Opfer um die 67 Jahre alte Anwältin“, erklärt Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler am späten Nachmittag. Von dem Schützen und der Tatwaffe fehle noch immer jede Spur. „Wir sehen aber keine unmittelbare Gefahr für die Allgemeinheit“, fügt Zeisler hinzu.

Trotzdem hatte sich den ganzen Nachmittag Unsicherheit in dem Ort breitgemacht. Ein Hubschrauber kreiste lange, Spürhunde liefen durch die Altstadt und an allen Ausfahrten standen bewaffnete Beamte, die herausfahrende Autofahrer kontrollierten. Die Schüsse fielen laut Zeisler zwischen 11.30 und 12.00 Uhr. Zu der Zeit war die Anwältin allein in ihrem Büro, das im obersten Stockwerk eines dreigeschossigen Hauses liegt. Sie hatte zwei Sekretärinnen, von denen aber niemand da war. Die Schüsse hörten Mitarbeiter einer Versicherung im Erdgeschoss und riefen die Polizei.

Es habe mehrere Hinweise auf Männer gegeben, sagt Zeisler. Anwohner wollen auch mindestens einen älteren Mann gesehen haben, der sich durch eine Hecke hindurchzwängte und flüchtete.„Wir hatten anfangs 30 Beamte im Einsatz, aber konnten keinen  Tatverdächtigen finden“, sagt Polizeisprecherin Diana Mehlberg. Das bleibt auch bis zum Abend so. „Wir müssen erst noch ermitteln, was zu diesem Tötungsdelikt geführt hat“, erläutert Zeisler. So gebe es bisher noch keine Klarheit, ob der Fall mit der anwaltlichen Arbeit der Frau zu tun habe. Die 67-Jährige arbeitete allein und war im Verkehrs-, Straf- und Arbeitsrecht sowie im immer wieder zu Konflikten führenden Familienrecht tätig.

Eine Übersicht darüber, ob sie am Donnerstag mit einem Mandanten verabredet war, habe man noch nicht. „Man guckt nicht gleich in die Schränke“, sagt Zeisler. Jetzt müssten erst „Millimeter für Millimeter die Spuren gesichert werden“. Durch die Unklarheiten verbreiten sich auch andere Vermutungen. So kann die Polizei bisher auch nicht ausschließen, dass es um eine Beziehungstat aus dem Umfeld des Opfers gehen könnte.

Auf jeden Fall handele sich aber nicht um einen Amoklauf, sagt die Polizeisprecherin. Die Absperrmaßnahmen sollen weiter beibehalten werden, kündigt Zeisler an, man könne jederzeit einen Hinweis bekommen und dann sei es wichtig, auch Autos zu kontrollieren, die aus der Stadt hinauswollten. Am Freitag soll es eine Obduktion der Toten geben. Dann hoffe man auch, mehr über die Tatwaffe zu wissen: Man habe mehrere Patronenhülsen sichergestellt.  

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