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Mecklenburg-Vorpommern

24. September 2017 | 08:57 Uhr

Urteil : Tod am Heiligabend

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In Pritzwald eskalierte am Heiligabend ein Ehestreit, und die Frau starb. Der angeklagte 64-jährige Ehemann wurde freigesprochen.

Fünf Monate nach dem Tod einer 59-jährigen Frau am Heiligabend Weihnachten hat das Landgericht Stralsund den angeklagten Ehemann vom Vorwurf der Körperverletzung mit Todesfolge freigesprochen. Es gebe keine unumstürzlichen Beweise, dass der 64-jährige Mann aus Pritzwald seine Frau geschlagen habe, begründete das Gericht gestern seine Entscheidung. Zuvor hatten Staatsanwaltschaft und Verteidigung einen Freispruch gefordert.

Das Ehepaar war zum Tatzeitpunkt stark betrunken. Das rechtsmedizinische Gutachten hatte nicht ausschließen können, dass auch ein Sturz der gehbehinderten und alkoholisierten Frau zu der Wunde geführt hatte, an der sie letztendlich verblutet war. Der Mann stand wegen Körperverletzung mit Todesfolge vor Gericht.

Die Staatsanwaltschaft war zunächst davon ausgegangen, dass der Angeklagte seine Frau geschlagen hatte, nachdem ein Streit zwischen beiden eskaliert war.

Nach Angaben der Greifswalder Rechtsmedizinerin Britta Bockholdt war jedoch nicht eindeutig zu klären, ob die Stirnverletzung wie auch Unterblutungen am Auge von einem Sturz kamen oder gewaltsam zugefügt wurden. Auch die Vorerkrankungen haben ihrer Aussage nach Einfluss auf den Tod der Frau gehabt. Gestorben sei sie letztendlich am massiven Blutverlust aus der Wunde an der Stirn.

Der Angeklagte schwieg im Prozess. Das Gericht war deshalb auf die Aussagen der Polizei und des Notarztes angewiesen, der am Mittag des Heiligabends den Tod festgestellt hatte. Der Ehemann hatte bereits damals widersprüchliche Angaben gemacht. Dem Notarzt hatte er berichtet, seine Frau mit einer Flasche geschlagen zu haben. Gegenüber einem Polizisten hatte er von einem Faustschlag erzählt.

Das Ehepaar galt als alkoholkrank. Häufiger wurde die Polizei alarmiert, weil sich Nachbarn über den Lärm beschwerten, wenn beide in Streit gerieten.


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