Aktion gegen Katzenelend : Tierschützer wollen mehr Unterstützung

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Kastrationsverordnung gefordert. Petition mit 12 000 Unterschriften übergeben

svz.de von
27. September 2017, 21:00 Uhr

Die Tierheime in Mecklenburg-Vorpommern sind mit jungen Kätzchen überfüllt. Der Tierschutzbund will mehr Katzen kastrieren, um ungewollte Katzenbabys zu verhindern. Doch es fehlt an Geld, wie Tierschützer gestern mit einer Aktion vor dem Landtag in Schwerin deutlich machten. Die Landesvorsitzende Kerstin Lenz übergab dem Landtag eine Petition mit 12 000 Unterschriften. Die Unterzeichner fordern eine Landesverordnung, die das Kastrieren sogenannter Freigänger-Katzen zur Pflicht macht, sowie weiterhin Landesmittel für das Kastrieren freilebender Katzen. Im Haushaltsentwurf 2018/19 fehle das Geld dafür. 2016/17 hatte das Land jeweils 20 000 Euro bereitgestellt. Geld, das bereits im Januar alle war, wie ein Tierschützer aus Schwaan (Landkreis Rostock) bemerkte.

Lenz zufolge hat der Tierschutzbund mit bisher 576 Kastrationen von Katzen und Katern in diesem Jahr die Geburt von mehr als 3000 ungewünschten Welpen und damit 3000-mal Katzenelend verhindert.

Auf der Protestaktion sicherte Agrarminister Till Backhaus (SPD) dem Tierschutzbund 2018/19 jeweils 30 000 Euro aus einem Fonds der SPD-Fraktion zu. Die CDU-Fraktion solle überlegen, ob sie noch etwas drauflege, sagte er. Zudem bekämen die Tierheime in den nächsten zwei Jahren jeweils 300 000 Euro Fördermittel aus dem Landeshaushalt.

Vorgesehen sei, dass die Kommunen ebensoviel dazugäben. Zehn Prozent müsse der Tierschutzbund tragen.

Der stellvertretende Vorsitzende des Agrarausschusses, Holger Kliewe (CDU), bekam Beifall dafür, Katzenhalter per Gesetz zu zwingen, ihre Tiere kastrieren zu lassen. Zuvor war er für seine Behauptung ausgebuht worden, die Kommunen und Kreise würden sich wie selbstverständlich an den Kosten für Tierheime beteiligen. 

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