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Tierschützer sind hunderten Sammlern auf der Spur

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erstellt am 23.Aug.2012 | 09:30 Uhr

Schwerin | Eine Frau in Kröpelin (Landkreis Rostock) hält in ihrer Wohnung 30 Hunde und Katzen. In der Nähe von Barth (Landkreis Vorpommern-Rügen) haben sich Bürger gemeldet und von "komischen Zuständen" in der Nachbarschaft berichtet. Der europäische Tier- und Naturschutzbund will das prüfen.

"Bundesweit häufen sich die Fälle von Tiersammlern", sagt Vereinspräsident Dieter Ernst, der von hunderten Tiersammlern ausgeht. So wurden in Frankfurt/Oder in einem Reihenhaus 18 Katzen, vier Hunde, ein Papagei, 14 Kaninchen, 24 Dornschwänze, zwei Leguane, 26 Bartagame, 27 Landschildkröten, 10 Wasserschildkröten und Kois gefunden. In Reinsberg in Nordrhein-Westfalen waren Katzen beliebte Sammelobjekte und in Niedersachsen wurde Welpenhandel mit Osteuropa betrieben.

Insbesondere in der Ukraine hat Tierschützer Dieter Ernst viel Schreckliches gesehen. Lebende Tiere, die in fahrenden Krematorien verbrannt werden. Mit dieser Methode soll die Katzen- und Hundeplage eingedämmt werden, berichtet er. Oder Tierheime, in denen Frauen unter größter körperlicher Anstrengung versuchen, die Tiere zu versorgen. Ein kaum zu gewinnener Kampf: Futter und Wasser gefrieren im Winter. Im Sommer gehen Seuchen um.

Was der Präsident des Europäischen Tier- und Naturschutzvereins allerdings in Hohen Sprenz (Landkreis Rostock) erlebt hat, würde vieles übertreffen: Dass Tiere derartig verwahrlost sind und der Besitzer dies nicht wahr haben will, macht Dieter Ernst fassungslos. Dreckige Fressnäpfe in Form von Plastikkisten, unbehandelte Wunden und Wassertonnen, in denen Algen und Tierkot schwimmen, sind "nicht haltbare Zustände".

Wer weiß, wie groß die Dunkelziffer in Deutschland ist, sagt Ernst. Denn die Betroffenen lassen oft niemanden in die Wohnung oder ins Haus. Da können mitunter nur noch Veterinäramt und Polizei helfen. Aber die zuständigen Veterinärämter seien nicht streng und konsequent genug, kritisiert Dieter Ernst. Dabei gebe es deutschlandweit keinen Veterinärbezirk, der nicht mit Tiersammlern zu kämpfen habe.

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