zur Navigation springen

Tierpark würde Kalle, Emma und Lotte ersetzen

vom

Perleberg | Die traurige Nachricht: Von Kalle, Emma und Lotte fehlt weiterhin jede Spur. Seit jenem Sonntag, dem 20. November, ist die Zwergkaninchenfamilie aus dem Garten hinterm Haus von Familie Förster in der Matthias-Hasse-Straße verschwunden (wir berichteten). Die drei kleinen Langohren sind das Ein und Alles von Tochter Svenja. Sie wandte sich daraufhin mit der Bitte um Hilfe an den "Prignitzer" und auch an den Tierpark.

An letzteren in der Hoffnung, dass irgendjemand die Tiere dort abgegeben hat. "Sie wurden aber nicht bei uns abgegeben", so Tierparkleiter Michael Niesler. "Doch wenn Svenja möchte, kann sie sich drei Zwergkaninchen im Tierpark aussuchen. Wir schenken sie ihr, praktisch ein kleines Trostpflaster." Der Tierpark hat in diesem Jahr reichen Nachwuchs. Insofern verkaufe man auch Zwergkaninchen und Meerschweinchen, fügt Michael Niesler hinzu.

Umgekehrt komme es aber auch immer wieder vor, dass Tierliebhaber überfordert sind und ihre kuschligen Vierbeiner hier abgeben. Vor allem nach Weihnachten, wenn die neuen Besitzer feststellen, dass lebendige Schmusetiere eben auch Arbeit machen. "Wir können sie aber nicht zum Nulltarif annehmen", betont Niesler, "denn die Tiere wollen auch versorgt werden und wir haben allein selbst über 400."

Abgegeben wurden im Tierpark auch des öfteren verletzte Greifvögel. "So weit es geht, behandle ich diese Tiere", sagt Michael Niesler, der von Hause aus Tierarzt ist. Oder man wende sich an die Greifvogelstation, vermittle die Tiere dorthin. "Wir können ganz einfach nicht fremde Tiere bei uns aufnehmen. Wir sind keine Auffangstation, und dafür ist auch unsere Quarantäneabteilung gar nicht ausgelegt", ergänzt Niesler.

Immer wieder komme es zudem vor, dass Bürger mit kleinen Waschbären an der Tierparkpforte stehen. "Klar, sie sind possierlich und sie wirken sehr hilflos, wenn man sie in freier Natur ohne Eltern antrifft", räumt Michael Niesler ein. Es sei aber keine bedrohte Art. So solle man die Tiere auch dort belassen, wo sie sind. Waschbären, so der Experte, seien sehr anpassungsfähig, haben hier keine natürlichen Feinde, und als Allesfresser finden sie eben auch ausreichend Nahrung. Insofern hat sich die Population stark entwickelt. Seit den 50er Jahren unterliegen die Waschbären in Deutschland übrigens dem Jagdrecht.

zur Startseite

von
erstellt am 16.Dez.2011 | 08:18 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen