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Mecklenburg-Vorpommern

22. Oktober 2017 | 23:09 Uhr

Tierische Panik zu Silvester

vom

svz.de von
erstellt am 30.Dez.2011 | 07:07 Uhr

Gadebusch | Silvester ist für Blacky der pure Stress. Denn während die Menschen feiern und pünktlich um Mitternacht Raketen in die Luft schießen und Böller zünden, leidet der Mischlingshund Qualen. "Er zittert und jault, läuft hektisch durchs ganze Haus und wird regelrecht panisch. Ich habe wirklich Angst, dass er sich dabei mal ernsthaft verletzt", erzählt Blackys Besitzerin, Christine Riehl.

Der siebenjährige Rüde ist kein Einzelfall, weiß der Gadebuscher Tierarzt Dr. Lothar Makowei zu berichten. "Katzen und Hunde hören einfach wesentlich intensiver als Menschen, deshalb reagieren sie so. Hinzu kommen beim Silvesterfeuerwerk dann auch noch die irritierenden Lichtreflexe." Auf eine solche Angst, die sich mitunter zur Panik auswachsen könne, könnten die Besitzer nur reagieren, verhindern könnten sie sie kaum. So sollten Katzen an Silvester in jedem Falle in der Wohnung oder im Haus bleiben, Hunde sollten ausgeführt werden, bevor die ersten Knaller in die Luft gejagt werden. "Ableinen darf man den Hund an Silvester aber in keinem Fall", macht der Veterinär deutlich. Denn Hunde, die in Panik weglaufen, beispielsweise wegen eines frühzeitig gezündeten Krachers, liefen orientierungslos irgendwohin und fänden oftmals den Weg zurück nach Hause nicht. Er empfiehlt, den Tieren im Haus eine "kuschelige Ecke einzurichten, in der sie sich geschützt fühlen können. Das kann beispielsweise im Badezimmer oder im Keller sein." Zur Geräuschdämmung und Abdunklung sollten die Jalousien herunter gelassen werden. "Katzen lassen sich auch in einer solchen Situation beispielsweise mit ihrem Lieblingsspielzeug ablenken", erklärt er und seien in der Regel leichter zu beruhigen als Hunde. "Katzen kann man an Silvester auch alleine lassen, das geht bei Hunden überhaupt nicht."

Dennoch sollten Hundebesitzer auch nicht den Fehler machen, sich zu sehr um ihr Tier zu kümmern. "Man sollte den Hund in Ruhe lassen und ihn und seine Panik am besten gar nicht beachten, auch wenn man denkt, man tut dem Tier etwas Gutes, wenn man sich kümmert", sagt der Tierarzt. Denn die Unruhe des Menschen übertrage sich auf das Tier und verstärke seine Angst möglicherweise noch.

Sich in dieser Ausnahmesituation nicht um Blacky zu kümmern, fällt auch Christine Riehl schwer. "Er tut mir dann einfach so unglaublich leid", sagt die Gadebuscherin. Gemeinsam mit Dr. Makowei hat sie eine Lösung gefunden, die Blacky die letzte Nacht des Jahres zumindest einigermaßen erträglich macht: Rund zwei Stunden vor dem großen Feuerwerk bekommt er Beruhigungsmittel, die Christine Riehl bereits in dieser Woche in der Praxis von Dr. Makowei abgeholt hat. "Die bekommt er dann in einer Leberwurststulle", erzählt sie.

Normalerweise, sagt der Tierarzt, erhalten beispielsweise verletzte Tiere Beruhigungsmittel. "Aber es gibt Fälle, in denen wir medizinisch eingreifen müssen, beispielsweise wenn Hunde in einer Situation wie Silvester in Panik vor Wände oder Fenster springen oder sich so aufregen, dass ein Kreislaufzusammenbruch droht." In der vergangenen Woche seien bereits etliche Tierbesitzer in seiner Praxis gewesen, die Hilfe für den Umgang mit ihrem Tier zum Jahreswechsel gesucht hätten. "Vermutlich werden auch heute noch einige kommen", sagt Dr. Makowei.

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