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Kamelhof Sternberger Burg : Tierische Ferien in MV

vom
Aus der Onlineredaktion

Bei Sternberg können Touristen mit Kamelen wandern. Mutige dürfen Wölfe spazieren führen oder sich vom Elch knutschen lassen

svz.de von
erstellt am 24.Okt.2017 | 12:00 Uhr

Respekt im Umgang mit dem Tier – das will Jens Kohlhaus den Gästen seines Kamelhofes beibringen. Begonnen hatte der gelernte Zoofachhandelskaufmann vor Jahren im Gutshof Groß Welzin bei Lützow mit alternativer Landwirtschaft. Dort wurde der Platz zu knapp. Für die Vergrößerung des Unternehmens zog die Familie 2015 mit Hund, Katze und Kamelen um in den kleinen Ort Sternberger Burg.

Der Hof misst 30 Hektar. Kohlhaus züchtet hier seltene oder exotische Haus- und Nutztiere und bietet Zimmer für bis zu 120 Gäste, Familien, Kindergruppen und Schulklassen, direkt neben Koppeln und Ställen. Auf den ausgedehnten hügeligen Weiden im Sternberger Seenland tummeln sich fast 300 Tiere aus aller Herren Länder.

Mehr als 60 Groß- und Kleinkamele wie Trampeltiere und Dromedare, Lamas und Alpakas leben auf dem Gelände. Dazu kommen rund 150 Strauße, Nandus, Emus, Rentiere, Elche, Esel, seltene Schafe und Ziegen, Büffel, Bisons und drei nordamerikanische Wolfshybriden, die weit weniger scheu seien als der europäische Wolf, sagt Kohlhaus.

Das mitteleuropäische Klima sei kein Problem für Kamel, Strauß und Co. Trockene Kälte würden die Tiere aus ihren Heimatländern kennen. Nur den vielen Regen mögen vor allem seine „Wüstenschiffe“ nicht. Die hielten sich dann lieber in den großen Trockenlaufhallen auf. Dagegen biete der Sandboden beste Weidebedingungen: Das Gras enthalte weniger Proteine und sei für die Tiere bekömmlich.

„Es geht uns vor allem darum, emotionale Bindungen zu den Tieren knüpfen zu helfen, Ängste ab- und Vertrauen aufzubauen“, erklärt Kohlhaus. Streicheln und – ebenso unter Aufsicht – Futter geben, seien ausdrücklich erwünscht. Nötig beim Umgang wäre vor allem die Achtung vor dem Tier und das Verstehen seiner „Sprache“.

Gegenseitiges Verständnis könnten Ferien- und Tagesgäste auf seinem Hof lernen, betont der Besitzer. Beste Möglichkeit zum Kennenlernen seien gemeinsame Unternehmungen. In den bis zum Reformationstag verlängerten Herbstferien gibt es jeden Nachmittag eine eineinhalb Stunden lange Planwagen-Safari über die Weiden mit Erklärungen.

Angemeldete Besucher können selbst aktiv werden und mit den Exoten auf Wanderschaft durch die Wälder der Endmoränenlandschaft östlich Schwerins gehen. Sonnabends starten Trekking-Touren mit Trampeltieren, den riesigen asiatischen Lasttieren, und südamerikanischen Lamas zum drei Kilometer entfernten Archäologischen Freilichtmuseum Groß Raden. „Wir sehen das als Chance, auch im Herbst und Winter Familien und Kindergruppen anzulocken“, sagt Museumsleiterin Heike Pilz. Für die Tiere indes sei so ein Ausflug wichtige Beschäftigung und geistige Förderung, meint Kohlhaus. „Kamele brauchen sehr viel Bewegung, dann sind sie gesünder, ausgeglichener und werden nicht aggressiv.“

Die mutigsten Gäste des Exoten-Hofes dürfen Wölfe an der Leine spazieren führen. Die Wanderungen mit den Raubtieren finden in der Saison bis Ende Oktober jeden Freitag statt. Dann geht es durchs Warnowtal, das jetzt das bunte Farbenkleid des kanadischen „Indian Summer“ angelegt hat. Zur Adventszeit sind die Rentiere dran: Mit ihnen marschieren Besucher nach Groß Raden, um im Restaurant „Zum Burgwall“ einzukehren.

Jüngster Vierbeiner im Kamelhof Sternberger Burg ist „Björn“. Den drei Monate alten Elch holte Kohlhaus vor wenigen Tagen zu sich. Er wurde in Deutschland geboren, seine Mutter kam trächtig aus Schweden in einen Zoo. Nun wird er mit Ziegenmilch und Grünzeug aufgezogen. Er wiegt derzeit hundert Kilogramm und wird einmal 500 auf die Waage bringen.

„Er macht sich sehr gut, ist schon recht handzahm und anhänglich“, sagt Kohlhaus. Der kleine Elchbulle, Vertreter der größten Hirschart weltweit, solle künftig Zuchttier in Mecklenburg werden.

Was es sonst noch zu entdecken gibt:
Strauße gucken

Besichtigungen im Gut Owstin bei Gützkow (Vorpommern-Greifswald) sind ganzjährig möglich. Derzeit gibt es rund 700 erwachsene Strauße und Küken zu sehen. Zudem beherbergt der Betrieb 28 Wasserbüffel, dazu Gänse und Hühner.

www.gut-owstin.de

Wölfe füttern

Im Wildpark MV in Güstrow gibt es täglich mehrere öffentliche Fütterungen, am Sonnabend   eine Wolfswanderung mit Fütterung der zwölf einheimischen Raubtiere und am Montag (30. Oktober, 16.30 bis 20.00 Uhr) eine Halloween-Rallye.

www.wildpark-mv.de

Elefanten reiten

Der Elefantenhof Platschow veranstaltet am Dienstag (31. Oktober) eine Halloween-Party zum Saisonende. Zu dem gruseligen Spaß mit Hexen, Geistern, Monstern und den„großen grauen Langnasen“ hat freien Eintritt, wer verkleidet erscheint. Die Elefanten dürfen gestreichelt, gefüttert und geritten werden.

www.elefantenhof-platschow.de

Büffel bestaunen

Der Erlebnishof Gut Darß in Born bietet werktags ab 11.00 Uhr Besichtigungen an. Die Herde der Wasserbüffel, Rinder, Schafe, Ziegen, Pferde und landwirtschaftliche Technik sind hautnah zu erleben. Im Kletterwald können sich Groß und Klein selbst erproben.

www.gut-darss.de

Handwerkeln

Im Archäologisches Freilichtmuseum Groß Raden können Besucher bis Freitag  Weidenzäune flechten, Löffel schnitzen, Bienenwachskerzen gießen, filzen, töpfern, Seile drehen. Naturparkranger helfen beim Bau von Nistkästen. 

www.freilichtmuseum-gross-raden.de

 





 

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