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Mecklenburg-Vorpommern

21. November 2017 | 11:28 Uhr

Kein Geld : Tierhof Rampe stellt Angebote ein

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Diakoniewerk „Neues Ufer“gibt seine tierpädagogischen Leistungen Mitte des Jahres auf – aus finanziellen Gründen

von
erstellt am 22.Jan.2015 | 12:00 Uhr

Den Tierhof in Rampe wird es in der bisherigen Form bald nicht mehr geben. Das Diakoniewerk „Neues Ufer“ stellt sein tierpädagogisches Angebot Mitte des Jahres ein. Aus finanziellen Gründen, erklärt Thomas Tweer, Geschäftsführer der Diakoniewerk gGmbH. Das Problem sei, dass die tierpädagogischen Leistungen nicht refinanzierbar seien, sie können bei den Kassen nicht abgerechnet werden. Und Einnahmen wie in anderen Bereichen, etwa in der Tischlerei, in der Menschen mit Behinderung Lattenroste fertigen, fließen hier nicht. Andererseits müsste nach sechs Jahren, so lange gibt es den Tierhof, investiert werden – vor allem in die Gebäude. Ein hoher fünfstelliger Betrag sei dafür notwendig. Und ein ähnlich großer Betrag, um die laufenden Kosten auf dem Tierhof zu decken.

Aus finanziellen Gründen könne sich das Diakoniewerk dieses Angebot nicht mehr leisten, erläutert der Geschäftsführer. Die Entscheidung sei nicht leicht gefallen. Gerade weil in dem Bereich eine sehr, sehr gute Arbeit geleistet werde. Der Werkstattrat, er fungiert ähnlich wie ein Betriebsrat, wurde frühzeitig über die geplante Veränderung informiert. Man habe überlegt, Geld über Spenden einzuwerben. Aber diese Summe sei auch übers Jahr verteilt nicht zu schaffen, so Tweer. Das sei illusorisch. Dafür gebe auch keine verbindlichen Zusagen.

Auch wenn der Tierhof sein bisheriges Angebot einstellt, die Mitarbeiter, darunter die Projektleiterin, finden hier weiter Arbeit. Und auch die vier Beschäftigten der Ramper Werkstätten, denn dazu gehört der Hof, bleiben in Rampe. Einige wohl weiterhin auf dem Tierhof. Denn den werde es auch künftig geben – allerdings in sehr eingeschränkter Form, betont der Geschäftsführer des Diakoniewerkes. In den nächsten Wochen werde man überlegen, wie die neue Ausrichtung des Tierhofes aussehen soll, welche Tiere man abgeben werde, welche bleiben sollen.

In Rampe leben Lamas, Esel, Schweine, Lämmer, Schafe, Pferd, Hühner, Kaninchen, aber auch Katzen. Die Tiere werden für Therapiezwecke eingesetzt. Das Projekt leitet eine ausgebildete Pädagogin, die sich für den Bereich tiergestützte Pädagogik und Therapie qualifiziert hat. Sie führt Behinderte, Senioren und Kinder aus Diakonieeinrichtungen an die Tiere heran. Denn die Vierbeiner können Menschen helfen, wieder Beziehungen aufzubauen, Vertrauen zu schaffen. Jedes Tier bietet einen anderen Zugang.

Gerade diese Vorzüge weiß auch Familie Kloth zu schätzen. „Wir besuchen mit unseren Kindern seit mehreren Jahren den Tierhof, insbesondere zu den Fütterdiensten an den Wochenenden.“ Und weiter schreibt sie: Der regelmäßige Kontakt zu Tieren kann eine Möglichkeit sein, um verhaltensauffällige Kinder, Menschen mit Behinderungen oder Demenz auf eine ganz eigene Art zu erreichen und am Leben teilhaben zu lassen. Tiere sind vorurteilsfrei und unterscheiden nicht nach Behinderung, Alter oder Herkunft. Der Umgang mit den Tieren stärkt Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl, hilft bei Depressionen und fördert Kommunikation und Konzentration. Für besondere Kinder ist der Tierhof ein Ort, an dem sie so sein können, wie sie sind. Über die Nähe zu den Tieren können sie behutsam lernen, Verhaltensmuster zu ändern. Dass die Angebote jetzt eingestellt werden sollen, stimmt die Familie sehr traurig.

 

 

 


 

 

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