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Tierschutz : Tierheime in MV mit Katzenwelpen überfüllt

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Aus der Onlineredaktion

Jahr für Jahr kommen ungewollte Katzenbabys zur Welt, die ihr Leben auf der Straße fristen müssen, oft von Krankheiten geplagt. Das Kastrieren freilebender Katzen könnte viel Elend verhindern.

svz.de von
erstellt am 08.Aug.2017 | 18:00 Uhr

Obwohl Katzen als beliebteste Haustiere der Deutschen gelten, sind die Tierheime mit jungen Kätzchen heillos überfüllt. Kaum ein Heim des Tierschutzbundes Mecklenburg-Vorpommern könne noch Katzen aufnehmen, sagte die Landesvorsitzende Kerstin Lenz in Randow (Mecklenburgische Seenplatte). Mitglieder des Tierschutzbundes MV haben am Dienstag, dem Weltkatzentag, in mehreren Städten Unterschriften für eine Petition an den Landtag gesammelt.

Sie fordern das Land auf, eine Landeskastrationsverordnung zu erlassen und weiterhin Mittel für das Kastrieren von freilebenden Katzen bereitzustellen. Das Land hat die Gelder Lenz zufolge für 2018/19 gestrichen, obwohl Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) im Frühjahr noch 50 000 Euro zugesagt habe.

2016/17 gab das Land jeweils 20 000 Euro, um den ungewollten Katzennachwuchs zu verhindern. Der Tierschutzbund habe im Vorjahr 25 000 Euro getragen, in diesem Jahr seien es 35 000, sagte Lenz. „Die Zusammenarbeit mit den Veterinärämtern ist super gut angelaufen“, sagte sie. Es sei ein funktionierendes Netzwerk zwischen Tierschützern, Ordnungs- und Veterinärämtern und der Bevölkerung entstanden. Immer mehr Menschen erklären sich Lenz zufolge beim Tierschutzbund bereit, streunende Katzen in Städten und Dörfern, Garten- und Stallanlagen zu füttern, wenn diese kastriert werden.

Im ersten Halbjahr 2017 seien im Land 11 111 Katzen kastriert worden. Das reiche noch nicht aus. In den vergangenen Jahren seien im Schnitt 6600 Katzenwelpen in Tierheimen abgegeben worden.

Durch die Mittelkürzung für den Tierschutzbund bestehe nun die Gefahr, dass alles zerstört werde, was Ehrenamtler in zwei Jahren aufgebaut haben, befürchtete Lenz. Die Listen mit den Unterschriften sollen am 27. September nach einer Demonstration in Schwerin dem Landtag übergeben werden. Nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes lebten im Jahr 2016 in Deutschland rund 13,4 Millionen Katzen in Haushalten. Damit hielten 22 Prozent der Haushalte eine oder mehrere Katzen.

 

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