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Mecklenburg-Vorpommern

24. September 2017 | 08:56 Uhr

Roggendorf : Tierheim vollkommen überlastet

vom

Es ist ein düsteres Bild, das Annette Herbing, Leiterin des Tierheims, zeichnet: „Wenn sich an der Situation nicht bald etwas ändert, müssen wir ein Aufnahmestopp für Hunde verhängen."

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erstellt am 29.Nov.2011 | 05:56 Uhr

Roggendorf | Es ist ein düsteres Bild, das Annette Herbing, Leiterin des Tierheims, zeichnet: "Wenn sich an der Situation nicht bald etwas ändert, müssen wir ein Aufnahmestopp für Hunde verhängen", erklärt sie. Denn das Tierheim ist vollkommen überlastet: 41 Hunde warten dort derzeit auf neue Besitzer, Platz ist in den 16 Zwingern aber eigentlich nur für 35. Einzelne Tiere müssen deshalb bereits in den Büro- und Sanitärräumen des Tierheims untergebracht werden. Und schon in der vergangenen Woche war das Tierheim gezwungen, die Aufnahme eines Fundhundes aus Ganzow abzulehnen.

"Wir haben mit dem Amt schließlich eine andere Lösung gefunden und das Tier in eine Tierpension bringen können", so Herbing. Denn auch das würde ein Aufnahmestopp bedeuten: Weder Fundhunde noch durch das Amt beschlagnahmte Tiere könnten dann noch nach Roggendorf gebracht werden. Die Situation zwingt Tierheimleiterin Herbing zum Handeln: Gestern wurden zwei Hunde zu einer Pflegestelle nach Stuttgart gefahren, ein weiterer wird in der kommenden Woche zu einer anderen Pflegestelle gebracht. Zudem hofft Herbing, dass auch ein Tierheim aus Schleswig-Holstein Hunde aufnehmen kann. Denn die Hochsaison steht dem Tierheim erst noch bevor: "Silvester kommen immer unheimlich viele Fundhunde zu uns, die nicht mehr abgeholt werden", erklärt Herbing. "Bis dahin müssen wir Platz schaffen, um wenigstens einige Hunde aufnehmen zu können."

Daran, die Warteliste derer abarbeiten zu können, die ihren Hund zudem im Tierheim abgeben wollen, ist derzeit kein Denken: "Es stehen etwa 20 Hunde auf der Warteliste. Aber wir können keinen einzigen davon aufnehmen." Er wisse von der Situation im Tierheim, sagt der Gadebuscher Hauptamtsleiter Matthias Jankowski. "Das ist das erste Mal, dass es so prekär ist." Für das Amt bedeute dies, für Fundhunde nach anderen Lösungen suchen zu müssen: "Wir müssen dann auf Tierpensionen in der näheren Umgebung zurückgreifen, mit denen wir allerdings keine Verträge haben. Dadurch entstehen erhöhte Kosten", so Jankowski.

Viele der Roggendorfer Hunde sind Fundtiere, erklärt Tierheimleiterin Herbing die Herkunft der Tiere. "Hinzu kommen mehrere Hunde aus Beschlagnahmungen." Dazu gehören unter anderem die Rottweiler, die Ende September einen Welpen getötet und dessen schwangere Besitzerin gebissen haben sollen (wir berichteten). Der Großteil dieser Hunde aus Beschlagnahmungen ist schwer vermittelbar, sagt Herbing: "Die meisten sind groß, einige sind alt, gehören zu den so genannten Listenhunden oder sind so schwierig, dass sie ein besonderes Training brauchen. Die meisten wollen kleine, junge Hunde, also das, was wir nicht haben."

Hinzu kommen weitere Belastungen des Tierheims: "Zum 1. April sind durch die Streichung der Ein-Euro-Kräfte vier Vollzeitstellen weggefallen. Als Ersatz mussten wir zwei Vollzeit-Tierpfleger einstellen", erklärt Herbing. Kosten, die sich, wie auch die hohen Tierarzt-Rechnungen, jeden Monat bemerkbar machen. "Wir rutschen immer weiter ins Minus." Der Winter stellt die Tierheimbelegschaft vor weitere Herausforderungen, denn für viele der im Freien lebenden Hunde könnte es dort bald zu kalt werden. In viele Zwinger müssen deshalb jetzt noch Heizungen eingebaut werden. Spenden würden dem Tierheim sehr helfen, sagt Herbing. "Aber am meisten würden wir uns freuen, wenn Menschen bereit wären, Hunde aufzunehmen, zur Not als Pflegestelle."

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