Tag des offenen Hofes : Tiere, Trecker und Technik

Am Tag des offenen Hofes konnten Verbraucher offen mit Agrarproduzenten ins Gespräch kommen und einen Blick hinter die Stalltüren werfen.
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Am Tag des offenen Hofes konnten Verbraucher offen mit Agrarproduzenten ins Gespräch kommen und einen Blick hinter die Stalltüren werfen.

Insgesamt 41 000 Besucher beim Tag des offenen Hofes. 20 Agrarunternehmen in MV hatten geöffnet

svz.de von
13. Juni 2016, 12:00 Uhr

20 Agrarunternehmen in Mecklenburg-Vorpommern haben sich am „Tag des offenen Hofes“ beteiligt. Nach Angaben der Veranstalter besuchten 41 000 Menschen die Betriebe. Die Veranstaltung trage zum Verständnis auf allen Seiten bei, sagte Agrarminister Till Backhaus (SPD). „Sie ist eine hervorragende Möglichkeit, um  der Bevölkerung einen Einblick in die moderne Landwirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns zu  geben, die Arbeit und das Leben auf den Höfen hautnah mitzuerleben und Vorbehalte  gegenüber der Landwirtschaft abzubauen.“

Den „Tag des offenen Hofes“ veranstalten das Agrarministerium und der Bauernverband alle zwei Jahre. „Ob Familienbetrieb oder Genossenschaft, konventionelle oder ökologische Landwirtschaft, Ackerbau oder Viehzucht“ – über alle Facetten hätten sich Besucher informieren können, sagte Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD)  gestern bei seinem Besuch im Milchviehbetrieb von Arndt Burmeister in Kleinfeld.

„Wir wollen mit der Aktion zeigen, dass moderne Landwirtschaft von Professionalisierung, nachhaltiger Qualität und Know-how geprägt ist“, erklärte Agrarminister Backhaus. Gerade in der Agrarwirtschaft herrsche ein sehr hohes Maß an Transparenz und Kontrolle, um die hohen Maßstäbe in der Produktion zu garantieren. „Daher werden weder das romantisierte Bild vom Landleben, noch die teilweise moralisierende Kritik der landwirtschaftlichen Produktion der tatsächlichen Landwirtschaft gerecht“, erklärte er.

Von modernster Technik in der Landwirtschaft konnten die zahlreichen Besucher sich zum Beispiel bei der ABG Broderstorf KG beeindrucken lassen.  „Unser Familienbetrieb hat sich mit seinen Aktivitäten im Ackerbau, der Pferdezucht und der Biogaserzeugung vielfältig aufgestellt. Wir verfolgen stets neue Entwicklungen in der Landwirtschaft, mit denen wir unsere Vorstellung von nachhaltigem Wirtschaften umsetzen können“, so Jan-Hinrich Kühl, Geschäftsführer der ABG Broderstorf.

Laut Bauernverband wollten die Landwirte den Tag auch nutzen, um über die aktuell schwierige Situation zu informieren. Seit Monaten sorgen Preisverfall bei Milch und Schweinefleisch sowie bei Getreide für finanzielle Not in vielen Agrarbetrieben.  Detlef Kurreck, Präsident des Landesbauernverbandes, erklärte bei der offiziellen Eröffnung in Ehmkenhagen bei Ribnitz-Damgarten, die Branche befinde sich  in der größten Marktkrise der letzten 25 Jahre. „Die Bauern sehen sich vor dem Problem, dass ganze Betriebe in der Existenz gefährdet sind. Da stellt sich die Frage, soll man trotzdem feiern?“ Ja, denn das Fest richtet sich an die wichtigsten Partner und Verbündeten: „die Bürger dieses Landes, die Verbraucher.“

Kurreck freute sich, dass so viele Besucher den Tag des offenen Hofes nutzten, um Landwirtschaft hautnah zu erleben. „So konnten viele offene Fragen beantwortet werden.“

Agrarwirtschaft und Ernährungsgüterwirtschaft sind in MV zudem tragende ökonomische Säulen. Nach Angaben von Agrarminister Backhaus gibt es 4700 landwirtschaftliche Unternehmen im Nordosten, darunter 3000 familiengeführte Betriebe und knapp 160 Agrargenossenschaften. Fast 19 000 Menschen arbeiten in der Landwirtschaft.

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