Plauer Springreiter im 100 000-Dollar-Grand Prix : Thieme räumt in Florida ab

<fettakgl>André Thieme und Contagna</fettakgl> - hier bei einem anderen Springen - gewinnen den Großen Preis von Ocala.<foto> Jutta Wego</foto>
André Thieme und Contagna - hier bei einem anderen Springen - gewinnen den Großen Preis von Ocala. Jutta Wego

Sieben Wochen lang musste der Plauer Springreiter André Thieme auf einen Sieg warten. Nun feiert er seinen Triumph im mit 100 000-US-Dollar höchst dotierten Großen Preis in Florida während der US-Wintertour.

svz.de von
19. März 2013, 10:00 Uhr

Ocala/Plau | Sieben Wochen lang musste der Plauer Springreiter André Thieme in Florida auf einen Sieg warten. Doch vergangenes Wochenende klappte es. "Gott sei dank war es der richtige", meinte er am Telefon zu seinem Triumph im mit 100 000-US-Dollar höchst dotierten Großen Preis in Ocala/Florida während der US-Wintertour.

Der dreifache Derbygewinner gewann das Vier-Sterne-CSI - den Sullivan GMC Truck Grand Prix mit Hindernissen bis zu 1,60 m Höhe - auf der erst 9-jährigen Stute Contagna in 50,51 Sekunden und kassierte dafür 30 000 Dollar. Der Veranstalter wählte danach als Headline: "Thieme macht Deutschland glücklich."

"Ich musste mit Contagna gleich als erster der neun Stechteilnehmer ran und wollte aus taktischen Gründen eigentlich nur eine bisschen flottere Nullrunde hinlegen. Als ich dann aus dem Parcours kam, merkte ich: ,Oh, das war schneller als gedacht."

Und in der Tat, an der Marke biss sich die Konkurrenz die Zähne aus. Zweiter in 51,74 wurde der US-Amerikaner Aaron Vale mit Zippo II, der neben Thieme die einzige fehlerfreie Runde hatte. Den schnellsten Ritt mit 48,73 lieferte Megan Wexler (USA) ab, der auf Cadenca ein zu hohes Risiko einging, einen Abwurf bekam und so Dritter der insgesamt 48 Teilnehmer wurde.

Dabei hatte der Mecklenburger gar das Kunststück fertig gebracht, gleich mit drei Pferden in die Entscheidung zu kommen. Auf der Mecklenburger Cellestial-Stute Catharina, die seinem US-Partner Seth Vallhonrat gehört, belegte er am Ende mit vier Fehlern in 51,48 Sekunden den vierten und mit seinem potenziellen Derbynachfolger, den auch erst neunjährigen Voigtsdorfs Quonschbob, nach zwei Abwürfen im Stechen den 7. Platz (51,02). "Ich kann es noch gar nicht fassen, dass alle drei Pferde solch tolle Resultate lieferten so kurz vorm Ende meiner Tournee, in der ich auch Durststrecken hatte und die Kosten bisher längst nicht gedeckt hatte. Jetzt komme ich über die Runden", sagt Thieme. "Aber", ergänzt der Plauer, "selbst bei nicht so viel Erfolg wäre es nicht so schlimm. Für mich ist die Kundenbetreuung hier das wichtigste."

Zurück zum sportlichen. Und hier hatte der Seestädter "bis zur letzten Minute überlegt, ob ich Contagna überhaupt in die Staaten mitnehme. Denn eigentlich ist sie ein nicht so schnelles Pferd", betont Thieme, der hinzufügt: "Dass sie was drauf hat, wusste ich. Aber die Stute konnte es bisher nicht zeigen, weil sie einfach zu jung war." Auch jetzt ist Contagna gerade mal im ersten Pferde-Erwachsenjahr. "Und dann gewinnt sie in Ocala gleich mal ein CSI**** , zudem war sie beim Turnier in Wellington (Fünf-Sterne-Status - d. A) platziert, sprang zudem im dortigen Nationenpreis gut", freut sich Thieme.

Bundestrainer berief ihn in den Bundeskader

Das blieb auch Bundestrainer Otto Becker (Warendorf) nicht verborgen, der den Plauer nach dem Auftritt in Wellington "mit Contagna mit sofortiger Wirkung in den Bundeskader (B-Kader - d. A.) berief", wie Thieme voller Stolz berichtet. Sein Florida-Fazit lautet denn auch mit Blick auf seine Sieger-Stute: "Ich habe deren Karriere vorgespult. Sie hat in den vergangenen siebeneinhalb Wochen einen Riesenschritt nach vorn gemacht."

Jetzt wartet auf den in Redefin Aufgewachsenen am Wonenende noch ein CSI** in Ocala, bevor es endlich nach Hause geht. "Ich freue mich, bald wieder bei der Familie zu sein. Zeit wird’s. Zumal mich diesmal Corinna und Sohnemann Max wegen dessen Vorschultests nicht wie im Vorjahr hier in Ocala besuchen konnten. Am 26. März früh lande ich in Berlin…"

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