Thalasso : Therapie am Meer

Gerade für Menschen mit Atemwegserkrankungen zu empfehlen
Gerade für Menschen mit Atemwegserkrankungen zu empfehlen

Thalasso gewinnt immer mehr an Bedeutung / Bereits vier Zentren an der Nordsee und zwei an der Ostsee

svz.de von
28. März 2016, 21:00 Uhr

Viele Menschen fahren zur Entspannung ans Meer, gehen dort spazieren, setzen sich abends ans Wasser und schauen zum Horizont. Damit sind sie schon einen wichtigen Schritt in Richtung Thalasso-Therapie gegangen, sagt Ulrike Wehner, Vorsitzende des Verbands Deutscher Thalasso-Zentren. Denn diese spezielle Therapieform nutzt die Kraft des Meeres.

Die Therapie am Meer und mit Meerwasser gewinnt an Bedeutung. In Deutschland gibt es sechs Zentren, vier an der Nordsee und zwei an der Ostsee. Der Erfolg führe gerade dazu, dass sich mehrere Kommunen insbesondere in Niedersachsen um die Etablierung dieser speziellen Art der Therapie bemühen, sagt Wehner, die im Warnemünder Hotel Neptun den SPA-Bereich leitet.

In einer Studie der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen gaben im vergangenen Jahr sechs Prozent der Urlauber an, sich vorstellen zu können, für eine Thalasso-Therapie nach Mecklenburg-Vorpommern zu kommen. Ein für diesen Bereich des Gesundheitsurlaubs, der nicht von Krankenkassen getragen wird, vergleichsweise hoher Wert, hieß es. Die Therapie gehört zu den ortsgebundenen Heilmitteln, die im Zuge des Trends zur Regionalität immer wichtiger werden, sagt die Geschäftsführerin des Landesbäderverbands, Marianne Düsterhöft. Derzeit gebe es Gespräche etwa mit dem Biotechnologieverbund BioCon Valley zum Ausbau dieser Heilmittel. Dazu gehören auch Kreide, Sole oder Moor. „Es reicht nicht, Salz in die Badewanne zu schütten und das dann als Thalasso zu verkaufen“, sagte Düsterhöft mit Blick auf manche Angebote etwa aus Süddeutschland. Der Nordosten könne auf eine große Tradition verweisen. „In Heiligendamm stand die Wiege der Thalasso-Therapie.“

Schon der Spaziergang an der Wasserkante sei etwas Besonderes, denn diese Zone gilt zumindest als allergenarm, wenn nicht gar allergenfrei, erklärt Wehner. Immer, wenn die Welle an den Strand schlägt, würden die kleinen Salzpartikel durch die Luft gewirbelt. „Diese Aerosole einzuatmen ist eine Wohltat für die Bronchien.“ Bei einem längeren Aufenthalt und entsprechender Ernährung kämen die meerestypischen Spurenelemente, Vitamine, Proteine und Mineralstoffe dazu. Unter ärztlicher Aufsicht gibt es noch Meerwasser-Berieselung, Algenpackungen oder Jetduschen.

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