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Rostocker Max-Planck-Institut : Thema Familie: Osten tickt wie Norden

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Mehr als 20 Jahre nach der Wiedervereinigung unterscheidet sich das familiäre Verhalten von Ost- und Westdeutschen noch immer deutlich. Ostdeutschland ähnelt in der Familienstruktur eher Skandinavien.

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erstellt am 10.Apr.2012 | 07:58 Uhr

Rostock | Mehr als 20 Jahre nach der Wiedervereinigung unterscheidet sich das familiäre Verhalten von Ost- und Westdeutschen noch immer deutlich. "Ostdeutschland ähnelt in der Familienstruktur eher den skandinavischen Ländern als den westdeutschen", erklärt die Wissenschaftlerin Michaela Kreyenfeld vom Rostocker Max-Planck-Institut für demografische Forschung. Zum Bild einer modernen Gesellschaft passe heute eine hohe Frauenerwerbstätigkeit wie auch eine niedrige Heiratsrate. Dies finde man in Skandinavien - und eben in Ostdeutschland. "Die Familienstrukturen sind im Osten in vielerlei Hinsicht moderner als die in Westdeutschland", sagte die Soziologin. International wird es nach ihren Worten als Problem angesehen, dass in Deutschland die Erwerbstätigkeit von Müttern relativ gering ist. Allerdings nicht im Osten - dort arbeitet die Hälfte der Mütter Vollzeit. Im Westen sind es nur 19 Prozent. Der Anteil der Kinder unter drei Jahren, die in einer Kita betreut werden, sei im Osten mit 41 Prozent immer noch mehr als dreimal so hoch wie im Westen mit 12 Prozent. Dabei spielt laut Kreyenfeld die Einstellung zur Kinderbetreuung eine Rolle. Möglicherweise würden junge Menschen Einstellungen ihrer Eltern übernehmen. Andererseits sei es im Osten auch wegen geringerer Einkommen wichtig, dass die Frau arbeitet.

Im Osten kommen zudem etwa 60 Prozent der Kinder nichtehelich zur Welt, im Westen sind es nur 25 Prozent. Das Alter, in dem Frauen das erste Kind bekommen, lag im Osten im Durchschnitt bei 27,4 Jahren, im Westen bei 29,2 Jahren.

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