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Kultur in MV : Theaterreform: Die Not ist groß

vom
Aus der Onlineredaktion

Nur Fusion Schwerin und Parchim geglückt

Die vom früheren Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) im Jahr 2012 angestoßene Reform der Theaterlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern hat in den Spielstätten Schwerin und Parchim bereits die gewünschte Wirkung erzielt. Doch in Rostock sowie in Neustrelitz/Neubrandenburg und Stralsund/Greifswald/Putbus sind die aktuellen Strukturen noch von den vorgegebenen Zielen entfernt, wie eine Umfrage zum heutigen Welttag des Theaters ergab.

Dabei scheint die Not in Stralsund/Greifswald/Putbus am größten, auch wenn eine „überaus positive Entwicklung der Besucherzahlen“ zu verzeichnen ist, wie Sprecherin Helga Haase sagt. Am Mittwoch stehen Verhandlungen über den Haustarifvertrag an. Wenn keine Einigung erzielt wird, müssten die Angestellten nach dem Flächentarifvertrag bezahlt werden. „Die Mittel der Theater Vorpommern GmbH reichen nicht“, so Haase. Die Konsequenz: der Gang in die Insolvenz. Ziel der Landesregierung für die Theater in Vorpommern ist ein fusioniertes „Staatstheater Nordost“. Das erste Zieldatum 1. Januar 2018 wurde bereits auf den August verschoben, berichtet ein Sprecher des Kultusministeriums. Dieser Termin könne nur erreicht werden, wenn die Zeitpläne in den Stadtvertretungen und Kreistagen eingehalten werden. Dort lägen auch die Zuständigkeiten.

Hier fällt der Blick der Ministerin Birgit Hesse (SPD) besonders auf Neustrelitz. Dort hatten die Stadtvertreter in der vergangenen Woche nach kontroverser Diskussion beschlossen, dass der Betrieb eines autonomen Theaters geprüft werden soll. Hesse macht klar, dass es jedem kommunalen Träger unbenommen sei, sein eigenes Theater zu finanzieren. „Wenn sich also Neustrelitz dafür entscheidet, einen Weg alleine zu gehen, dann wäre das möglich“, sagt sie.

Joachim Kümmritz, der Intendant der Theater- und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz und gleichzeitig des Volkstheaters in Rostock, sagt, dass im Osten noch viele Details zu klären sind. Im Mai gehe es zunächst um die Aufteilung der Finanzen oder betriebsbedingte Kündigungen beim Chor. „Wir kommen in wahnsinnige Zeitnot“, so Kümmritz. „Wenn das fusionierte Nordost-Theater im August 2018 starten soll, müsste langsam jemand den Spielplan machen.“ Und mit Blick auf die Situation des potenziellen Fusionspartners Stralsund/Greifswald/Putbus sagt er: „Da kann es krachen.“

In Rostock steht Kümmritz derweil weiter vor dem Spar-Problem. Die früheren Rostocker Ziele, wie die Streichung zweier Sparten, seien nicht mehr aktuell. Der Intendant will die Zahl der Musiker im Orchester verkleinern, um die Sparziele zu erreichen. Dagegen klagt die Deutsche Orchestervereinigung. Das Urteil über die Tarifvertragskündigung für die Musiker der Norddeutschen Philharmonie Rostock steht aber noch aus.

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