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Staatstheater Schwerin : Theaterpost für Minister Brodkorb

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zuschauer schreiben Weihnachtskarten, Schwerin plant 300.000 Euro Abfindungen.

svz.de von
erstellt am 10.Dez.2015 | 20:30 Uhr

Post für Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD): Die Betriebsräte der Theater im Land starteten gestern eine Weihnachtskartenaktion zum Erhalt der Theaterstruktur. Angesichts der drohenden Insolvenz des Staatstheaters Schwerin sollen die Karten in allen Theatern an die Zuschauer verteilt werden, die derzeit in großer Zahl in die Weihnachtsmärchen strömen. „Wir finden wichtig, dass alle Familien im Land auch zukünftig Weihnachtsmärchen, Neujahrskonzerte und alle anderen Angebote der Theater besuchen können“, so Agnes Schreieder von Verdi Nord.

Brodkorb hatte zu Wochenbeginn 1,5 Millionen Euro Sonderhilfen für das Mecklenburgische Staatstheater für 2015 eingefroren und weitere Hilfen in den nächsten Jahren infrage gestellt. Damit steht auch die Landesbeteiligung an einer neuen Theatergesellschaft zusammen mit dem Landestheater Parchim auf der Kippe. Als Grund nennt das Ministerium unbekannte Finanzrisiken beim neuen Theater Mecklenburg. Generalintendant Joachim Kümmritz hatte angekündigt, dass über die vereinbarten Umstrukturierungshilfen von 1,1 Millionen Euro jährlich bis 2020 hinaus weitere 5,5 Millionen Euro vom Land benötigt würden, um den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten. Schon im nächsten Jahr sind zusätzliche 415 000 Euro nötig.

Nach Recherchen unserer Zeitung sind aber allein bis zu 300 000 Euro im Wirtschaftsplan 2016 für Abfindungen und die juristische Begleitung der vom neuen Generalintendanten Lars Tietje ausgesprochenen Kündigungen (Nichtverlängerungen) der Verträge von Chefdramaturgen, Spartenleitern und Schauspieldirektor – fünf Spitzenpositionen – geplant. Das macht drei Viertel der Summe. Tietje bringt sein eigenes Team mit. Joachim Kümmritz verteidigt diese Praxis: „Intendantenwechsel kosten Geld, das ist korrekt. Veränderungen müssen eingepreist werden. Bei anderen Theatern werden da ganz andere Summen aufgerufen.“ Über die Höhe der Summe wollte der Generalintendant nichts sagen.

Scharfe Kritik an Brodkorb kommt von der Opposition. Ulrike Berger, Bündnisgrüne. wirft ihm vor, dass er 140 000 Euro für eine Statusanalyse bei der GSA GmbH Schwerin ausgegeben habe, ohne die Ergebnisse zu nennen. Torsten Koplin (Linke): „Mit seriöser Kulturpolitik hat das nichts zu tun. Mittlerweile steht nahezu die gesamte Theater- und Orchesterstruktur des Landes vor dem Zusammenbruch.“

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